Tiergarten Ulm
Savannah Blank / Radio 7
Tiergarten Ulm
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Stille im Zoo: Den Tieren fehlen die Besucher

Im Ulmer Tiergarten laufen derzeit keine Gäste durch die Gänge. Manchen Tieren fehlt es, andere genießen die Stille.

Seit knapp zwei Monaten ist kein Besucher mehr im Ulmer Tiergarten vorbeigekommen, denn wegen des Lockdowns hat auch der geschlossen. Bei den Tieren sorgt das für gemischte Gefühle. Isabel Jabs ist Zoopädagogin im Tiergarten. Sie sagt: „Wir haben Tiere, die das als wohltuend empfinden. Wir haben aber auch Tiere, die die Besucher vermissen.“ Manche seien darauf gepolt, dass wenn Besucher kommen, es dann auch Futter und Streicheleinheiten gibt –zum Beispiel die Ponys und Schweine in den Außenanlagen.

Radio für die Affen

Auch den Affen fehlen die Besucherscharen, denn ohne die vielen Menschen ist es im Tiergarten ganz still. Dafür haben die Tierpfleger aber eine Lösung: „Für die Affen wird am Tag durch die Radiosender gezappt, damit immer was los ist“, sagt Jabs. Die Tierpfleger versuchen außerdem, beim Füttern ein bisschen Action und Bespaßung reinzubringen. „Man kann das Futter variieren oder die Stelle wo sie gefüttert werden. Für unsere Säugetiere ist es auch eine Herausforderung, wenn man das Futter versteckt. In Boxen mit Löchern zum Beispiel“, erklärt Jabs.

Fische genießen Stille

Manche Tiere dagegen seien über die Ruhe froh. Hecht Helga zum Beispiel, der sich sonst immer eher versteckt, schwimmt laut Isabel Jabs ganz nah an der Scheibe entlang. Auch die Aale würden sich mehr zeigen, wenn nicht so viel los ist. Stefanie Kießling leitet den Tiergarten. Sie sagt: „Es fehlt was. Es legt sich so eine Ruhe über den Zoo, die am Anfang schön ist, aber irgendwann auch bisschen komisch wird. Man hätte schon gerne auch wieder etwas mehr Leben.“