Whatsapp selbst schreiben
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Das Radio 7 Morgenteam

Neue Nutzungsbedingungen bei WhatsApp und gute Alternativen

Wer den neuen WhatsApp-Regeln nicht zustimmt, kann die App nicht mehr nutzen. Wir zeigen dir gute Messenger-Alternativen.

Die neuen Regelungen im Überblick

Na, hast du bei WhatApp auch schon das Pop-Up bekommen, das dich auf die neuen Nutzungsbedingungen der App hinweist? Im gleichen Zug wirst du auch gleich noch freundlich darauf hingewiesen, dass du die App nicht mehr nutzen kannst, wenn du den neuen Regelungen nicht zustimmst. Na toll - das setzt einen ja zum Glück gaaar nicht unter Druck! Aber was hat es mit den Änderungen auf sich - und was hat eigentlich Facebook damit zu tun?

Was wird konkret geändert?

Die wichtigste Frage wollen wir zuerst klären. Davor ist es aber noch ganz wichtig zu erwähnen, dass WhatsApp zu Facebook gehört. Im Jahr 2014 wurde die Plattform vom Unternehmen von Mark Zuckerberg aufgekauft. Und das ist auch der springende Punkt. 

Um das Nutzererlebnis zu verbessern, sollen mit den neuen Nutzungsbedingungen bei WhatsApp mehr Daten an Facebook weitergegeben und von der Firma genutzt werden können. Das soll die Benutzung aller Apps, die zu Facebook gehören - also zum Beispiel auch Instagram - einfacher und nutzerfreundlicher machen und besser auf uns anpassen. Für alle, die Facebook ohnehin schon nutzen, ist die Änderung tatsächlich wohl eher eine Formalität, denn Facebook hat dank seiner Bestimmungen schon seit 2018 Zugriff auf viele persönliche Daten, schreibt das ZDF.

Grundsätzlich werden wir bei der Nutzung wahrscheinlich keine große Änderungen bemerken. Auch Werbung auf Whatsapp ist hier in Deutschland kein Thema, wie in der Datenschutzrichtlinie für Europa steht: "Keine der Informationen, die WhatsApp auf dieser Grundlage weitergibt, dürfen für die eigenen Zwecke der Facebook-Unternehmen verwendet werden", heißt es.

Auf welche Daten haben WhatsApp und Facebook Zugriff?

WhatsApp hat Zugriff auf viele Daten, die ab Februar dann eventuell auch mit Facebook geteilt werden. Das sind die wichtigsten:

  • deine Telefonnummer

  • Transaktionsdaten

  • dienstleistungsbezogene Informationen

  • Interaktionen mit anderen Diensten

  • Informationen zu deinem Mobilgerät

  • deine IP-Adresse

Welche Alternativen zu WhatsApp gibt es?

Dir ist diese Änderung von WhatsApp suspekt und du nutzt sowieso kein Facebook und keine anderen Apps von Facebook? Dann kannst du dir den Umstieg zu einem Messenger überlegen. Viele Apps werben mit besonders hohem Datenschutz, verschlüsselten Nachrichten und großer Sicherheit. Hier sind vier beliebte Messenger-Apps im Vergleich.

THREEMA

  • Vorteile: Chats können zusätzlich gesichert werden, bereits sehr bekannt in Deutschland
     
  • Nachteile: Nicht kostenlos
     
  • Bei Threema werden Nachrichten grundsätzlich per Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen, können also weder vom Anbieter des Dienstes noch von anderen Dritten mitgelesen werden. Weitere Besonderheit: Einzelne Chats können mit einem PIN-Code oder mit dem Fingerabdruck geschützt werden. Außerdem braucht man für die Registrierung bei Threema keine Handynummer - so bleibt die Nutzung komplett anonym und die App lässt sich auch ohne SIM-Karte nutzen. Einziger Nachteil: Die App kostet knapp 4€.

SIGNAL

  • Vorteile: Kontakte und Informationen verschlüsselt, Programmcode offen einsehbar

  • Nachteile: Noch recht unbekannt in Deutschland, keine Back-Up-Funktion

  • Diese App wurde vor kurzem von Tesla-Boss Elon Musk empfohlen - und auch der Whistleblower Edward Snowden ist Fan. Und das aus gutem Grund: Bei Signal sind nicht nur die Chats, sondern auch die Kontakte und Profilinformationen komplett verschlüsselt, also für niemand anderen als den direkten Nutzer sichtbar. Zusätzliches Plus: Signal hat den der Verschlüsselung zugrunde liegenden Programmcode veröffentlicht, so dass er von Experten geprüft und die Sicherheit des Verfahrens bestätigt werden konnte. 

TELEGRAM

  • Vorteile: Kostenlos, selbstzerstörende Nachrichten, geheime Chats

  • Nachteile: Daten liegen unverschlüsselt auf Servern, Unternehmen nicht transparent

  • Zuletzt wurde Telegram hauptsächlich dafür bekannt, dass es von vielen Verschwörungstheoretikern genutzt wurde, um abseits von Facebook-Apps krude Theorien und Fake News zu verbreiten. Telegram orientiert sich in der Nutzung stark an WhatsApp - der Übergang fällt dementsprechend leicht. Zusätzlich gibt es bei Telegram geheime Chats, selbstzerstörende Nachrichten und die Möglichkeit, eine Nachricht nach Versand noch zu bearbeiten. Bei der Verschlüsselung hinkt Telegram allerdings etwas hinterher: Chats werden nur bei der Übertragung zwischen den Handys verschlüsselt, liegen auf den Telegram-Servern aber unverschlüsselt. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt’s bei Telegram nur bei den "Geheimen Chats“.

WIRE

  • Vorteile: Offener Programmcode, kann ohne Telefonnummer genutzt werden

  • Nachteile: Nur Basisfunktionen kostenlos, in Deutschland noch recht unbekannt

  • Auch Wire bietet standardmäßig Ende-zu-Ende verschlüsselte Kommunikation in seinen Chats. Die Software ist quelloffen, so dass sie von unabhängigen Experten geprüft werden kann - immer ein gutes Zeichen. Wire richtet sich aber eher an geschäftliche Nutzer, weshalb im Gratis-Tarif einige Funktionen wie z.B. Telefon- und Videokonferenzen nicht enthalten sind. Wer sowas aber sowieso nicht nutzt, hat auch mit Wire einen sicheren, kostenlosen Messenger.

Wer sich noch tiefergehend über alternative Messengerdienste informieren möchte, dem sei die Seite Secure Messaging Apps Comparison ans Herz gelegt. Hier werden Messenger unabhängig nach vielen Faktoren beurteilt.