Schwedische Kronen
Christoph Meinersmann/pixabay.com
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Abschaffung des Bargelds in Schweden

Ab dem 24. März 2023 soll es in Schweden kein Bargeld mehr geben.

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Abschaffung des Bargelds in Schweden

„Die Umwandlung in eine bargeldlose Gesellschaft ist in Schweden so weit fortgeschritten wie in keinem anderen Land der Welt“ , so die Neue Züricher Zeitung.

Im Jahre 1661 war Schweden das erste europäische Land, das seine eigenen Banknoten druckte. Jetzt könnte es auch die erste Nation sein, die die Banknoten auch wieder abschafft.

Immer weniger Menschen zahlen in Schweden mit Bargeld. Eigentlich sollte Schweden erst Ende 2030 bargeldlos werden. Nun wurde jedoch entschieden, dass die Bargeldzahlung schon ab dem 24. März 2023 abgeschafft werden soll.

Anders als in Deutschland bezahlen die Menschen nurnoch sehr selten mit Bargeld. Rund zwei Drittel der Schweden kommen vollkommen ohne die Scheine und Münzen aus. Im Einzelhandel bezahlt nurnoch jeder 7 Kunde seine Einkäufe mit Bargeld. Stattdessen wird vorallem auf Bezahl-Apps, wie die App "Swish" oder Bankkarten zurückgegriffen. Ob im Bus, auf dem Markt oder in der Kirche: die Schweden zahlen am liebsten elektronisch. So kommt es auch, dass in vielen Bars, Restaurants und Freizeitangeboten nicht einmal mehr die Möglichkeit besteht, mit Bargeld zu bezahlen.

Durch die Verbannung des Bargelds aus dem schwedischen Zahlungssystem entstehen durchaus Vorteile für die Gesellschaft. So profitiere vorallem die Geldpolitik von der Abschaffung der Banknoten, sagt der Geldtheoretiker Kenneth Rogoff der Harvard-Universität. Da in Schweden bald nurnoch elektronisch gezahlt werden kann, sind die Menschen auf ein Bankkonto angewiesen. Im Falle einer wirtschaftlichen Krise fallen für die Kontobesitzer keine oder negative Zinsen an, was dazu führt, dass die Kontobesitzer anfangen ihr Geld vermehrt ausgeben. Durch die steigenden Ausgaben der Bevölkerung wird wiederum die Konjunktur angekurbelt und die Wirtschaft gestärkt.

Außerdem werden nicht nur Produktions-, Energie- und Personalkosten gespart, die sonst bei der Bargeldproduktion entstehen, die Abschaffung der Barzahlung sorgt auch für Transparenz. Die elektronische Zahlweise erfasst jede Zahlung, wodurch Schwarzarbeit und korrupte Machenschaften erschwert und verhindert werden können.

Es gibt jedoch auch einige Schwächen, die bei der Abschaffung im Hinterkopf behalten werden sollten. In Schweden gibt es rund eine Millionen Menschen, die große Probleme bekommen könnten, wenn sie nicht, wie gewohnt, an der Kasse mit ihrem Bargeld bezahlen können. Zu diesen Menschen gehören vorallem ältere Menschen, Menschen mit Behinderung, Zuwanderer und Einwohner mit erschwertem oder keinem Zugang zu elektronischen Geräten.

Ein weiterer Kritikpunkt an der Bargeldabschaffung ist, dass sich schwedens Gesellschaft stark abhängig macht. Zum Einen von Bargeldinstituten, welche für die Kontoverwaltung hohe Gebüren verlangen können. Zum Anderen ist Schweden dann noch stärker auf ein funktionierendes Strom- und Internetnetz angewiesen. Bei großflächigen Stromausfällen kommen die Einwohner nicht mehr an ihr Geld und das Land läuft in Gefahr für die Zeit des Stromausfalls einen gesellschaftlichen Stillstand zu erleiden. Zudem steigt die Gefahr von Hackerangriffen auf Bankkonten und Geldinstitute.

 

Wird es auch bei uns bald kein Bargeld mehr geben?

Betrachtet man die globale Entwicklung der Bargeldnutzung, ist zu beobachten, dass auch Dänemark und Japan immer häufiger auf alternative Zahlungsmittel zurückgreifen. In Deutschland ist dies jedoch noch nicht zu beobachten. Viele Deutsche zahlen ihre Einkäufe weiterhin mit Papier. So ist es eher unwahrscheinlich, dass auch wir bald ein bargeldloses Land werden. Dieses Phänomen ist auch auf dem Rest der Welt zu erkennen. Insgesamt steigt die weltweite Bargeldmenge jedes Jahr um 5%.