Der CO2-Preis verteuert 2021 Öl und Diesel um rund 8 Cent pro Liter, Benzin um 7 Cent und Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Foto: Sven Hoppe/dpa
An der Tankstelle
Der CO2-Preis verteuert 2021 Öl und Diesel um rund 8 Cent pro Liter, Benzin um 7 Cent und Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde. Foto: Sven Hoppe/dpa
So teuer wie seit 8 Jahren nicht

Explodierende Spritpreise

Die Preise für Benzin und Diesel sind auf Rekordniveau, nur 2013 waren sie noch etwas höher.

Warum der Treibstoff so viel kostet

Benzin ist mit über 1,60 Euro im bundesdeutschen Durchschnitt so teuer wie zuletzt 2013. Vom historisch höchsten Preis im September 2012 sind wir noch etwa 10 Cent entfernt. Warum der Sprit zurzeit so teuer ist, erfährst du jetzt.

Die aktuellen Preisanstiege sind vor allem auf die globalen Entwicklungen auf dem Rohölmarkt zurückzuführen. Die Nachfrage steigt zum einen saisonbedingt, da vor dem Winter die Heizölreserven aufgefüllt werden. Deswegen steigt im Herbst traditionell auch der Preis für den Liter Diesel stärker und nähert sich dem Benzinpreis an. In diesem Jahr kommt jedoch noch ein anderer entscheidender Aspekt hinzu.

In Folge der Coronakrise ab April 2020 ist die Nachfrage stark gesunken, woraufhin u. a. die OPEC ihre Erdölfördermenge stark reduziert hat. Es wurde zwar wieder eine schrittweise Steigerung der Produktion beschlossen, jedoch liegt die derzeitige tägliche Fördermenge immer noch gut 7 Prozent unter dem Niveau vor der Krise. Zuletzt hatte die OPEC sich gegen eine schnellere Steigerung ausgesprochen, was zu einem weiteren Anstieg der Rohölpreise führte. Diese sind jetzt so hoch wie zuletzt 2014.

Im Allgemeinen steigt weltweit die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen, weshalb nicht nur Öl, sondern auch Gas und Kohle teurer werden. In Deutschland hat die Anfang des Jahres eingeführte CO2-Steuer auch einen Effekt auf den Preis von Treibstoff. Auch bei den Strompreisen ist ein Anstieg zu erwarten.

Wir haben es also neben den üblichen Preisanstiegen im Herbst vor allem mit einer coronabedingten Ausnahmesituation zu tun. Die Wirtschaft läuft wieder und die Nachfrage steigt, die Lagerstätten sind durch die Drosselung der Produktion weniger gut gefüllt als üblich. Mit einer Entspannung auf dem Weltmarkt rechnet man erst im Frühjahr mit dem Ende der Heizsaison. Ob sinkende Preise dann auch an den Verbraucher zurückgegeben werden, bleibt abzuwarten.