Homeoffice
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Silent Coworking

Gerade für Personen, die sich leicht ablenken lassen und eher zum Team „Prokrastination“ gehören, kann das arbeiten von daheim eine echte Herausforderung sein. Viele leiden auch unter der fehlenden Interaktion zwischen Kollegen und Kolleginnen.

Ein kurzer Plausch mit dem Schreibtischnachbarn oder –nachbarin, eine kleine Kaffeepause und die Möglichkeit, seinem Ärger kurz Luft zu machen. Dinge, die du auf deiner Arbeit für selbstverständlich hältst, fallen für viele im Homeoffice weg.  Ersetzt werden kann das aber eben nicht nur durch Online-Meetings, in welcher die Arbeit im Vordergrund steht.

"Silent Work"

Eine Alternative stellt hier die Methode „Silent Work“ dar. Dazu schalten sich Kollegen und Kolleginnen in einer Videokonferenz zusammen. Zu Beginn tauscht man sich kurz aus, dann wird konzentriert vor sich hingearbeitet. Dabei bleibt das Video an, der Ton hingegen wird abgestellt. So kann für ein paar Stunden ein virtuelles Büro entstehen, mit der Möglichkeit der sozialen Interaktion. Das bietet sich natürlich vor allem dann an, wenn man gemeinsam an einem Projekt arbeitet.

"Silent Coworking"

Eine weitere Möglichkeit, die Isolation im Home-Office zu vermeiden, ist das „Silent Coworking“. Das bietet sich auch sehr gut für Studierende an, die sich teilweise nun schon im dritten Online-Semester in Folge befinden. Viele Studierende sind sich darüber einig, dass die Lernatmosphäre, welche in der Bibliothek herrscht, eine durchaus positive Auswirkung auf die eigene Konzentration haben kann. Durch das „Silent Coworking“ hast du die Möglichkeit, das wieder in deinen Arbeits- oder Lernalltag zu integrieren. Dazu kannst du dich mit einem Kollegen, einer Kollegin oder im Falle, dass du studierst, mit einem Kommilitonen oder einer Kommilitonin zu einem virtuellen Meeting verabreden. Das geht mit oder ohne Ton, je nachdem, was dir lieber ist. Wichtig ist natürlich eine Videoübertragung, denn es hilft ungemein, eine weitere arbeitende Person auch nur aus dem Augenwinkel wahrnehmen zu können. Gemeinsame Pausen sind ebenfalls eine gute Idee. Diese können eine willkommene Abwechslung sein und sind wichtig für die fortlaufende Konzentration.

App "Focusmate"

Doch gerade wenn man sich für das „Silent Coworking“ eine Person ausgesucht hat, die man gut kennt und gut leiden kann, kann das für die Konzentration kontraproduktiv sein. Und wenn du mal wieder ordentlich was wegschaffen musst, kannst du Ablenkung nicht gut gebrauchen. Dafür gibt es aber ebenfalls eine Alternative. Du kannst das „Silent Coworking“ auch mit einer völlig fremden Person ausprobieren. Dem New Yorker Taylor Jacobson kam diese Idee auf, als er mit einem Freund über Skype versuchte, seinem Hang zum Aufschieben auf den Grund zu gehen. Daraus resultierte der Gedanke, dass wenn die Kamera an bleibt, eine Art der gegenseitigen Kontrolle entsteht, welche wiederum einen produktiven Flow fördert. Daraufhin entwickelte er die App „Focusmate“, um weitere Arbeitswillige miteinander zu vernetzen. Die App funktioniert mit einem offenen Kalender. Dort kannst du dich entweder bei einer Session eintragen, die jemand anderes erstellt hat oder selber eine Session erstellen. Auf diesem Weg verabredet man sich dann zum „Silent Coworking“.

Vom Ablauf sieht das dann folgendermaßen aus: Du verabredest dich über die App und zum ausgemachten Termin trefft ihr euch virtuell. „Focusmate“ hat dazu eine wichtige Regel: lange Gespräche sind tabu. Die einzige Konversation, die gewünscht ist, ist eine kurze Vorstellungsrunde zu Beginn, in welcher man sich gegenseitig erzählt, welches Arbeitsziel man hat. Nach einer knappen Stunde wird dann kurz vom Erfolg berichtet. Weitere persönliche Annäherungen, die das ganze eher wie ein Online-Blind-Date wirken lassen würden, sind nicht erwünscht. Die ersten drei Sitzungen sind im Übrigen kostenlos, danach verlangt die App einen kleinen monatlichen Beitrag. Du kannst das Modell des „Silent Coworking“ natürlich auch ganz ohne App ausprobieren. Die Stillarbeit funktioniert natürlich auch mit einem oder einer Bekannten, jedoch liegt die Hemmschwelle, eine Unterhaltung zu starten oder sich ablenken zu lassen, ohne die Anonymität deutlich weiter unten. Mit genügend Selbstdisziplin und der ein oder anderen Regel kann das aber auch gut funktionieren.