Trockenbürste
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Trockenbürste
Gut zu wissen

Schon mal was von "Dry Brushing" gehört?

Trockenbürsten ist der neue Beautytrend mit positivem Effekt für Körper und Geist. Der Trend lässt sich mit wenig Aufwand Zuhause gut und schnell umsetzen und verspricht wahre Wunder! Wie "Dry brushing" funktioniert und was dahintersteckt, liest du hier.

So funktionierts:

Die Bürsten, mit welchen du deine Haut trocken bürsten kannst, gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Besorge dir jedoch zu Beginn oder wenn deine Haut sensibel ist, einen Waschlappen oder eine weichere Bürste, danach kannst du auf Borsten mittlerer Härte umsteigen.

Die Standard-Trockenbürste gibt es in unzähligen Varianten: Mit langem Griff für den Rücken, mit Schlaufe zur besseren Handhabung, mit zusätzlichen Noppen, um die Durchblutung weiter zu fördern, aus Naturmaterialien oder synthetisch. Hochwertige Naturborsten aus Tierhaaren oder Pflanzenfasern zahlen sich meist aus, da diese deine Haut in der Regel weniger reizen. So wird sie aktiviert, aber nicht zu sehr belastet. Naturborsten sind jedoch nur schwer zu reinigen und dürfen meist nicht nass werden, daher solltest du die Bürste öfter durch eine neue austauschen. Fange zunächst mit 1-3 Anwendungen pro Woche an und steigere dies dann nach Bedarf auf 5-10 Minuten  täglich, um deine Haut nicht zu reizen. Zudem gibt es spezielle Bürsten mit feineren Borsten zum „face brushing“. Im Gesicht solltest du besonders vorsichtig sein, um die empfindliche Haut dort nicht zu überreizen. Hier reichen 2-3 Anwendungen pro Woche, um Schüppchen und Rückstände zu entfernen, sowie die Zellerneuerung und Durchblutung anzuregen.

Die Anwendung startest du an einer herzfernen Stelle. Du benötigst keinerlei Lotion oder Öl, wie der Name sagt behandelst du deine trockene Haut. Im Optimalfall beginnst du an den Füßen und arbeitest dich von hier an der Fußaußenseite mit langen kreisenden oder streichenden Bewegungen über deine Haut bis zum Oberschenkel vor. Mit Druck streichst du dabei nur in Richtung Herz. An der Oberschenkelaußenseite und dem Po angelangt verweilst du hier am besten kurz mit kreisenden Bewegungen. Anschließend wiederholst du dies auf der Fuß- und Beininnenseite, sowie kreisend in der Leistenregion, bevor du beim linken Bein von vorne beginnst. Bist du mit den Beinen durch, beginnt dasselbe bei den Armen. Auch hier ist es wichtig, an der herz-entferntesten Stelle der Hand zu starten, damit die Lymphe möglichst komplett aktiviert wird. Bearbeite zunächst wieder die Außenseite deines rechten Arms mit Längsstrichen oder Kreisen in Richtung Kopf, dann die Innenseite inklusive der Achseln, bevor du links ebenso vorgehst. Zum Abschluss kannst du noch den Bauch und die Brust mit gegen den Uhrzeigersinn kreisenden Bewegungen behandeln.

Danach darf deine Haut leicht gerötet sein und kribbeln. Solltest du jedoch Schmerzen, Kratzer oder eine starke Rötung haben, ist deine Bürste zu hart oder du hast zu viel Druck angewandt. Komplett von einer Anwendung absehen solltest du, wenn du Hauterkrankungen, -verletzungen, Ausschläge oder einen Sonnenbrand hast. Auch Bereiche mit Krampfadern oder Besenreißern solltest du nicht behandeln. Hast du außerdem ein empfindliches Nervensystem, könnte dieses von den Reizen überfordert sein - auch dann ist von der Methode abzuraten.

Die positiven Effekte:

Die kreisenden Bewegungen des Dry Brushings sorgen unter sanftem Druck für ein gesundes Hautbild und regen die Durchblutung sowie das Immunsystem an. Das wirkt sich nicht nur direkt auf die Haut aus, sondern ganzheitlich auf den Körper. So wird der Kreislauf angeregt, der Blutdruck langfristig reguliert, der Hautstoffwechsel regeneriert und die Entsäuerung und generelle Selbstregulierung deines Körpers gefördert. Wie bei einem Peeling werden abgestorbene Hautzellen abgetragen und die Hautzellerneuerung angeregt. Von der Aktivierung des Lymphsystems profitierst du mehrfach, denn es regt die träge Lymphflüssigkeit inklusive der enthaltenen Immunzellen und Abfallstoffe im Gewebe an. Über den Abtransport mildert sich Cellulite und du beugst dieser langfristig vor. Durch die Lymphe wird dein Körper besser entgiftet, was essentiell für die Funktion deines Immunsystems ist und dieses stärkt. Außerdem öffnen sich deine Poren, was Pickeln entgegenwirkt.

Einschätzung:

Trotz aller positiven Effekte: Ein Wundermittel und so gaaaanz neu ist das Dry Brushing natürlich nicht. Die Methode ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Damals haben Nonnen und Mönche mit den sogenannten „Klosterbürsten“ ihren Organismus gestärkt. Das besondere an deren Bürsten waren die Borsten aus feinem Bronzedraht mit einer Kupfer-Zinn-Legierung. Neben den generellen Effekten wurden durch die Legierung noch kleine Stromschläge erzeugt. Das soll den Energiefluss stimulieren und damit Haut, Körper und Geist entspannen und revitalisieren. Auch heute noch gibt es diese „Ionenbürsten“. Verbreitet wurde das Trockenbürsten von Naturheilkundler und Priester Sebastian Kneipp.

Auch die positiven Effekte sind mit Vorsicht zu genießen. So gibt es für die sichtbaren Auswirkungen, wie beispielsweise eine Reduktion der Cellulite, bislang noch keine wissenschaftlichen Belege. Grundsätzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ober er die Methode des Trockenbürstens testen möchte oder ob es bei der kalten Dusche am Morgen bleibt, um den Körper und Geist in Schwung zu bringen.