Neuer Weltrekord im Ultracycling
Daniel Steinhauser aus Bad Waldsee fährt in sieben Tagen 3860 Kilometer auf dem Fahrrad.
Daniel Steinhauser aus Bad Waldsee fährt in sieben Tagen 3860 Kilometer auf dem Fahrrad.
Ultracycler Daniel Steinhauser aus Bad Waldsee hat internationale Sportgeschichte geschrieben. Am Samstagmorgen um 9 Uhr und 2 Minuten beendete der Ausdauersportler nach insgesamt 196 Stunden sein ambitioniertes Unterfangen und setzte eine neue Bestmarke im Weitstreckenfahren. In exakt sieben Tagen legte Steinhauser eine Distanz zurück, die den bisherigen Weltrekord von 3.827 Kilometern nicht nur einstellte, sondern mit 33 Kilometern sogar deutlich übertraf.
Am Samstagvormittag überquerte Steinhauser unter dem Jubel zahlreicher Unterstützer und Fans die symbolische Ziellinie in der Bad Waldseer Innenstadt. Hinter ihm liegt eine Woche, die ihn an das absolute Limit des Machbaren führte: Mit einer geschätzten Gesamtdistanz von 3860 Kilometern hat der Athlet aus Oberschwaben bewiesen, dass die Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit noch nicht erreicht ist.
Seit dem Start vor genau einer Woche verfolgte Steinhauser ein gnadenloses Pensum von täglich mindestens 22 Stunden kontinuierlichen Fahrens auf einem für das Ausdauerfahren spezialisierte Rennrad. Mit minimalen Schlafpausen von oft weniger als 2 Stunden pro Tag und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 25 km/h spulte er Kilometer um Kilometer ab. „Es war die härteste Woche meines Lebens“, so Steinhauser kurz nach der Zielankunft. „Ich freue mich, dass ich mein sportliches Ziel erreicht habe und den Weltrekord überbieten konnte. Noch mehr freue ich mich über das wahnsinnig intensive Erlebnis, das mein Team und mich nun für immer miteinander verbinden wird.“
Steinhauser ist ein freier Radrennfahrer mit dem Fokus auf die Disziplin Ultracycling. Er steht nicht unter Vertrag bei einem Radrennstall. Zu seinen größten Erfolgen gehört der Sieg der Race Across Italy im Jahr 2025 und der Guinnes World Record über 24 Stunden Indoor Cycling 2054.
Bilder: Michael Scheyer
Im Mittelpunkt steht dabei nicht der Einzelkämpfer, sondern das Team hinter der Leistung – und ein Ziel, das über den Sport hinausgeht. Parallel zum Rekordversuch sammelt Steinhauser Spenden für das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach, das Familien mit unheilbar und lebensverkürzend erkrankten Kindern begleitet.
„Natürlich gäbe es Orte mit vielleicht noch besseren Bedingungen“, sagt Steinhauser. „Aber ich möchte diesen Rekord bewusst hier fahren – mit den Menschen, die mich tragen, und für ein Spendenziel, das wirklich etwas bewirkt.“
Gefahren wird auf verschiedenen Rundkursen, die das Team flexibel an Wetter, Wind und Tageszeit anpasst. Welche Strecke jeweils gefahren wird, entscheidet sich kurzfristig – und wird über Social Media bekanntgegeben. Fans sind ausdrücklich eingeladen, am Streckenrand anzufeuern und Teil dieses außergewöhnlichen Projekts zu werden.
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