Gewitter
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Natur

Mythen rund um Gewitter

Gerade wenn die Tage wieder wärmer werden, ist ein kräftiges Gewitter gar nicht so selten. Dass diese gefährlich werden können, ist generell bekannt. Auch der ein oder andere Gewittermythos hat sich vermutlich in deinem Kopf verankert. Wir haben für dich ein paar Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

Der Blitz schlägt immer an der höchsten Stelle ein
Blitze schlagen sehr oft, allerdings nicht immer am höchsten Punkt ein. Steht ein Mensch etwa 50 Meter neben einem Mast oder einem Turm, könnte er schon vom Blitz getroffen werden. Daher achte darauf, dass du bei Gewitter besser Schutz in Gebäuden oder einem Auto suchst.

„Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen“
Dieses alte Sprichwort ist wissenschaftlich natürlich nicht belegt. Generell solltest du bei Gewitter unabhängig von der Art des Baumes keinen Schutz unter ihnen suchen. Gerade sehr hoch gewachsene und allein stehende Bäume können gefährlich werden, da sie dem Blitz als höchste Erhebung eine optimale Stelle zum Einschlagen bieten. Da Gewitter oft mit Regen einhergehen, ist die Leitfähigkeit von einem nassen Baum sogar noch besser. Übrigens kann es schon gefährlich werden, wenn du dich in der Nähe eines Baums befindest. Sollte der Blitz einschlagen, wird die elektrische Spannung in den Boden abgeleitet. Achte also darauf, dass du einen Abstand von mindestens zehn Metern zu Bäumen einhältst.

Bei Gewitter sollte man nicht telefonieren
Bezogen auf schnurlose Telefone oder Handys besteht hier kein Grund zur Sorge. Allerdings solltest du bei Schnur-Telefonen achtsam sein. Besitzt dein Haus kein Blitzschutzsystem, kann die Spannung eines in der Nähe einschlagenden Blitzes durch auf die Telefon- oder Stromleitung überspringen. Im Übrigen stimmt weitverbreitete Ansicht, dass Handystrahlung Blitze anlockt, nicht. Dazu ist diese viel zu gering.

Duschen und Baden ist bei Gewitter gefährlich
Die meisten Häuser besitzen mittlerweile ein Blitzableiter-System, durch welches das Duschen oder Baden bei Gewitter ungefährlich ist. Solltest du dir darüber allerdings nicht ganz im Klaren sein, weil du beispielsweise in einem Altbau wohnst, wird davon abgeraten. Gerade in alten Wohnungen und Häusern kann es vorkommen, dass die Leitungen aus Metall auf bestimmte Art miteinander verbunden sind. Möchtest du also auf Nummer sicher gehen, würden wir dir vom Duschen während eines Gewitters abraten.

Nicht fernsehen bei Gewitter
Während eines Gewitters fernzusehen ist für dich selbst nicht gefährlich, viel mehr ist dein Fernseher Gefahr. Durch Überspannungen bei einem Blitzschlag kann dieser kaputt gehen. Zwar sind Blitzsicherungen im Gebäude in der Lage, die Überspannungen zu vermeiden, unvermeidbar ist es jedoch nicht. Vorsichtshalber kannst du den Stecker deines Fernsehers ziehen, damit bist auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Nicht schwimmen bei Gewitter
Dieser weitverbreitete Fakt über Gewitter ist tatsächlich wahr. Schwimmen bei Gewitter kann sogar lebensbedrohlich sein. Das liegt zum einen daran, dass sich ein Blitz durch Wasser sehr schnell und großflächig ausbreiten kann und daran, dass wir uns beim Schwimmen in einer ausgestreckten Körperlage befinden. Der Blitz hat dadurch eine besonders große Angriffsfläche. Im schlimmsten Fall kann das Schwimmen bei Gewitter zu einem Herzstillstand führen.

Ein vom Blitz getroffener Mensch steht immer noch unter Strom
Dieser Mythos stimmt nicht, da der Mensch nicht in der Lage ist, Elektrizität zu speichern. Das bedeutet auch, dass, wenn jemand vom Blitz getroffen wird, sofort mit der ersten Hilfeleistung begonnen werden kann, da keine Gefahr besteht, selber einen Schlag abzubekommen. Erste Hilfe kann in so einem Fall höchstwahrscheinlich Leben retten, denn die Überlebensrate direkt nach einem Blitzschlag liegt bei 90 %.
Bei Stromunfällen daheim solltest du allerdings vorsichtig sein. Bevor du dem oder der Betroffenen zur Hilfe eilst, solltest du sicherstellen, dass die Sicherungen draußen sind und der Strom abgestellt ist.