Aprilwetter
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Kaltpril: Der kälteste April seit 20 Jahren

Der kälteste April seit 20 Jahren liegt hinter uns. Ein Wetterexperte erklärt, warum das so ist und wie die kalten Temperaturen mit dem Klimawandel zusammenhängen.

Das Wetter im April macht ja bekanntlich was es will – aber dieses Jahr schien sich das Aprilwetter vor allem darauf festgelegt zu haben, richtig kalt zu sein: Kühle Temperaturen und eisige Nächte statt frühlingshaft warme Tage in kurzer Hose und T-Shirt. „Dieser April ist eindeutig zu kalt. Er wird als kältester April seit 20 Jahren in die Statistiken der Wetterkundler eingehen“, betont Roland Roth von der Wetterwarte Süd in Bad Schussenried. Etwa drei bis vier Grad kälter als der Durchschnitt waren die Temperaturen in diesem Monat. Damit ist der April der erste Monat seit fast zwei Jahren, der mal wieder zu kalt ausfallen wird.

Wie passt nun aber die Kälte im April mit dem Klimawandel zusammen: Gibt es da keinen Widerspruch? Nein, sagt Wetterexperte Roland Roth: „Das ist der Klimawandel. Klimawandel heißt, die Wetterextreme nehmen zu und zwar in beide Richtungen.“ Dabei könne es auch immer wieder zu Kälterückfällen kommen wie eben in den vergangenen Wochen. Deswegen könne ein Monat, der zu kalt ausfällt, nicht als Beispiel genommen werden, um gegen den Klimawandel zu argumentieren, sondern bestätige den Wandel vielmehr.

Aber der April hatte außer den zu kühlen Temperaturen noch mehr meteorologische Besonderheiten zu bieten. „Was ganz interessant ist, dass wir trotz der Kälte, tatsächlich auch deutlich mehr Sonnenschein hatten als normalerweise im April“, sagt Roth. Außerdem war der April 2021 wieder einmal ein viel zu trockener Monat, deswegen brauche es für die Natur dringend wieder mehr Niederschlag, erklärt Roland Roth. „Es wäre wirklich wichtig, dass von oben mal wieder mehr Nass fällt!“

Der Ausblick für das erste Maiwochenende fällt noch eher zurückhaltend aus. „Die Temperaturen sind sehr verhalten. Da kommt noch nicht wirklich frühlingshafte Stimmung auf“, erklärt Roland Roth. Seine Prognose für die ersten Tage im Mai: zwischen 10 und fünfzehn Grad. Aber schon bald ist der Frühling mit stabil wärmeren Temperaturen in Sicht. „Die erste frühsommerliche Witterung könnte ich mir gegen neunter, zehnter Mai vorstellen – da verheißen die Wettermodelle deutlich steigende Temperaturen“, sagt Roth. Bei dieser Prognose darf die kurze Hose gerne schon mal aus dem Schrank geholt und bereitgehalten werden.