Immunsystem reagiert sogar auf virtuelle Bedrohungen
Es hat beeindruckende Fähigkeiten: das menschliche Immunsystem. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Es reagiert schon, wenn man ihm nur virtuelle, krank aussehende Gesichter vorsetzt.
Es hat beeindruckende Fähigkeiten: das menschliche Immunsystem. Eine aktuelle Studie zeigt nun: Es reagiert schon, wenn man ihm nur virtuelle, krank aussehende Gesichter vorsetzt.
Forscher um Camilla Jandus von der Universität Genf führten eine Studie mit beinahe 250 Teilnehmern durch. Diesen präsentierten sie mithilfe einer Virtual-Reality-Brille Avatare, die sich bewegten und deren Gesichter denen von Menschen ähnelten. Insgesamt führten sie drei verschiedene Versuche durch: Einmal sahen die Gesichter krank aus, einmal neutral und einmal ängstlich. Zur Auswertung wurden Elektroenzephalografie (EEG), Magnetresonanztomografie (MRT) und Blutabnahmen genutzt.
Die Aktivität des Hypothalamus, der in die Aktivierung der Immunabwehr involviert ist, stieg bei den Teilnehmern an, je geringer in der virtuellen Welt der Abstand zwischen ihnen und dem Gesicht eines krank wirkenden Avatars wurde. Im Blut wurden die angeborenen Lymphozyten aktiver – diese sind ebenfalls entscheidend für die Immunabwehr.
Es zeigt sich: Das Immunsystem bereitet sich auch auf vermeintliche Bedrohungen aus der virtuellen Welt frühzeitig vor. Laut Jandus hätten wir im Laufe der Evolution gelernt, mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Das habe den Vorteil, dass bei Eintreten der Gefahr weniger Energie nötig wäre, um eine tatsächliche Reaktion auszulösen, so die Forscherin.