Lebensmittel
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Was tun gegen Lebensmittelverschwendung?

Lebensmittelverschwendung gibt es auf der ganzen Welt, bei uns vor allem durch Überproduktion und Überangebot. Wir werden wählerisch, handeln verschwenderisch… Und entsorgen Nahrungsmittel, die noch zum Verzehr geeignet wären. Laut WWF sind es in Deutschland in einem Jahr 216 Kg pro Bürger  – insgesamt 18 Millionen Tonnen.

Die Lebensmittelindustrie hat verheerende Auswirkungen auf unsere Erde und das Klima. Wälder werden abgeholzt, Meere geschädigt und die Artenvielfalt durch Monokulturen geschmälert. Aber auch weniger direkte Einflüsse wie der große Energieverlust bei Produktion und Transport der Waren, die Wasserverschwendung und die unnötige Entsorgung noch essbarer Lebensmittel tragen ihren Teil bei. Viele der entsorgten Lebensmittel sind noch genießbar, könnten als Futtermittel oder zur Energiegewinnung dienen. Gut ein Drittel der Lebensmittel werden verschwendet und wenn sich der Trend nicht wendet, wird der Anteil bis 2030 noch deutlich weiter zunehmen. Doch was kann jeder einzelne von uns dagegen tun? Hier sind 6 Tipps, wie du Lebensmittelabfällen vorbeugen kannst:

Planung:
Stelle dir einen Wochenplan auf und kaufe dementsprechend ein. Achte auch darauf angemessene Mengen zu kaufen - bei frischen Lebensmitteln weniger, trockene Dinge kannst du ruhig im Vorrat kaufen. Behalte aber auch da den Überblick und sortiere diese grob danach, wann sie gekauft wurden: Was du zuerst gekauft hast, verbrauchst du auch zuerst. Was übrig bleibt, kannst du im Ganzen oder portionsweise einfrieren. Oder du planst direkt einen Reste-Tag ein, an dem du die verschiedenen Überbleibsel der letzten Tage verkochst. Womit wir gleich beim nächsten Punkt wären.

Sei kreativ:
Nichts kann mehr Spaß machen, als Reste-Küche. So sind vermutlich die ikonischsten Rezepte entstanden, von Eintöpfen und Suppen über Reispfannen bis hin zu Pizza-Brötchen. Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und vielleicht findest du so ja dein neues Lieblingsrezept. Dabei lohnt es sich auch, scheinbaren Abfällen eine zweite Chance zu geben. Aus Gemüseschalen kannst du z. B. eine Bouillon herstellen oder aus überreifem Obst und Gemüse einen Smoothie oder eine Suppe mixen. Nutze deine eigene Kreativität oder die Erfahrungen Anderer aus dem Netz.

Beim Einkaufen nicht nur mit dem Auge entscheiden:
Viele verlassen sich im Supermarkt bei der Auswahl von Obst und Gemüse hauptsächlich auf ihre Augen. So wandern hauptsächlich die geraden Gurken, die perfekt roten Paprika und die makellosen Äpfel in die Einkaufskörbe. Dabei sind kleine Schönheitsfehler eben genau das: Ein rein optischer Makel. Und wir selbst wollen doch auch nicht nach unserem Äußeren beurteilt werden, oder? Also greif ruhig mal zu den etwas anderen Karotten, Äpfeln oder Gurken. Manche Unternehmen haben es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht, eben diese Lebensmittel über Obst- und Gemüse-Abo-Boxen oder in Form von Soßen, Suppen und Ähnlichem wieder in den Umlauf zu bringen.

Mindesthaltbarkeit statt Wegwerfdatum:
Viele Menschen glauben noch immer, dass das Verzehrdatum und das Mindesthaltbarkeitsdatum ein und dasselbe wären. Tatsache ist jedoch, dass ein Verzehrdatum nur bei Frischwaren wie Fleisch oder Fisch verwendet wird. Hier kann es vorkommen, dass sich nach dem angegebenen Datum gefährliche Bakterien bilden, wodurch ein Verzehr gesundheitsschädlich wäre. Beim Überschreiten des MHD leidet jedoch höchstens die Qualität des Produkts, also Geschmack oder Konsistenz. Mehr und mehr Marken gehen dazu über, den kleinen Hinweis „Oft noch länger gut“ dazu zuschreiben. Joghurts sind zum Beispiel ungeöffnet noch mehrere Wochen nach dem MHD unbedenklich für den Verzehr geeignet. Bei schon länger geöffneten Lebensmitteln solltest du zur Sicherheit allerdings mit deinen Sinnen arbeiten: Sieht es unbedenklich aus? Riecht es seltsam? Wenn beides mit „Nein“ zu beantworten ist, kannst du noch eine Geschmacksprobe machen. Fällt auch hier nichts Negatives auf, ist der Verzehr unbedenklich.

Richtige Lagerung:
Schon in den endlos langen Lieferketten des Handels gilt leider oft die Devise: Lagern ist teurer als Entsorgen. Bei dir kannst du das anders gestalten. Die meisten Hersteller drucken auf ihre Labels einen Hinweis zur Lagerung und auch für das Einräumen des Kühlschranks gibt es inzwischen sehr gute Leitfäden, die sich schnell verinnerlichen lassen. Grob gilt: Im Hauptregal oben Reste von zubereitetem Essen, dann Milchprodukte und Eier im nächsten Fach. Darunter folgen schnell verderbliche Lebensmittel wie Fleisch und Fisch. Unten folgen dann Salat, Obst und Gemüse. Tropische und subtropische Lebensmittel wie Bananen, Paprika und Auberginen solltest du außerhalb des Kühlschranks lagern. In die Tür können dann Butter und Margarine, angebrochene Dressings, Konserven, Soßen und Getränke gelagert werden. Sollte dein Kühlschrank überladen sein, kannst du auch ein paar Dinge einfrieren.

Lebensmittel aus dem Supermarkt retten:
In vielen Supermärkten gibt es an der Kasse oder in den Kühlschränken Waren, die bald ihr MHD erreichen und daher  für einen reduzierten Preis angeboten werden und oft lohn sich ein Blick dort hinein. Dabei sollte allerdings nicht die Schnäppchenjagd an vorderster Stelle stehen. Kauf trotzdem nur, was du auch verbrauchen kannst. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann auch die App „Too Good To Go“ herunterladen und so auf legalem Weg die Reste von Bäckereien, Märkten und Restaurants zu einem geringeren Preis kaufen. Teilnehmende Inhaber können jeden Tag einstellen, wie viele Reste sie ungefähr erwarten oder auch kurzfristige Angebote einstellen. Du kannst dir dann vorab eine Überraschungstüte sichern, die du in einem gewissen Zeitfenster vor Ort abholst. Dort wird deine Bestellung dann in der App entwertet. Der etwaige Warenwert wird neben dem von dir zu zahlenden Preis ebenfalls angegeben. Gründe für Reste bei den Betrieben sind zum Beispiel Reste von der Zubereitung, zu große Portionen, Überbestellung von Vorräten oder Reste vom Buffet. Mitmachen können Bäckereien, Restaurants, Supermärkte und Hotels.

Wenn du noch weitere Ideen suchst, lohnt sich auch ein Blick auf die Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.