Whatsapp selbst schreiben
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Whatsapp selbst schreiben

Eu-Parlament beschließt "WhatsApp Gesetzt"

Wer ein Smartphone hat, kommt an dieser App beinahe nicht vorbei: WhatsApp. Ein Leben ohne den bekannten Nachrichtendienst ist für die meisten Menschen heutzutage kaum noch vorstellbar. Mit einem Marktanteil von beinahe 100 % können andere Messengerdienste wie Telegram, Threema oder Hoccer dem Platzhirsch Whatsapp in Userzahlen nicht annähernd das Wasser reichen. Genau das soll sich künftig ändern.

So sieht das am Dienstag im Parlament verabschiedete Gesetz vor, dass der Nachrichtengigant sich anderen Messengerdiensten gegenüber öffnen muss. Wer beispielsweise Telegram nutzt, soll dann auch ohne WhatsApp auf dem Handy zu haben, Kontakte erreichen können, die ausschließlich dort aktiv sind. Anhand einer Benachrichtigung kann der WhatsApp-Nutzer dann entscheiden, ob er die Nachricht, welche von einem anderen Messengerdienst kommt, annehmen möchte. Bekannt ist dieses Prinzip unter dem Begriff "Interoperabilität".

Ziel dieser Regelung ist es, den Messengermarkt zu verändern und zu vervielfältigen. Alternative Nachrichtendienste hätten dann die Möglichkeit zu wachsen. Zudem kann jeder selbst entscheiden, welchen Dienst er am liebsten nutzen möchte, ohne Angst haben zu müssen, als Nicht-WhatsApp-Nutzer von Kontakten abgeschnitten zu sein.

Verbindlich soll die Vermischung der Apps jedoch ausschließlich für Anbieter sein, die monatlich mehr als 45 Millionen Nutzer aufweisen. Verhältnismäßig kleinere Dienste können selbst entscheiden, ob Sie ihre Nutzer für WhatsApp-Kontakte freischalten möchten.

Ob die neue Regelung wirklich dazu führen kann, WhatsApp von seinem Thron zu stoßen, bleibt abzuwarten. Für die Umsetzung der neuen Regelung hat der Nachrichtendienst nämlich 2 Jahre lang Zeit.

Reaktion Threema

Kritik am Beschluss äußert beispielsweise der Nachrichtendienst Threema. Aufgrund von einer "Verminderung von Sicherheit und Datenschutz" durch die "Interoperabilität" schließt das Unternehmen eine Teilnahme am "gut gemeinten" Beschluss aus. Das verkündet Threema via Twitter.