Eisbaden: wie gesund ist es wirklich?
Kalt und erfrischend: Warum immer mehr Menschen ins eiskalte Wasser springen und was das für den Körper bedeutet.
Kalt und erfrischend: Warum immer mehr Menschen ins eiskalte Wasser springen und was das für den Körper bedeutet.
Eisbaden liegt im Trend und viele schwören auf die belebende Wirkung des kalten Wassers. Beim Eintauchen in Eiswasser reagiert der Körper sofort: Die Blutgefäße ziehen sich zusammen, das Blut wird zum Kern des Körpers umverteilt, und Herzfrequenz sowie Blutdruck steigen kurzfristig an. Zugleich werden Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Endorphine ausgeschüttet, was häufig als Energie- und Glücksgefühl wahrgenommen wird.
Regelmäßiges Eisbaden oder Kälte-Wärme-Training kann langfristig die Gefäßelastizität verbessern und möglicherweise Ablagerungen in den Arterien vorbeugen. Dadurch könnten Bluthochdruckrisiken gesenkt und mittelbar Herzinfarkte oder Schlaganfälle vorbeugt werden. Außerdem trainiert der Körper das Herz-Kreislauf-System, steigert die Durchblutung und kann das Immunsystem stimulieren.
Allerdings betonen Experten: Eisbaden ersetzt keine medizinische Therapie gegen Bluthochdruck oder Herzprobleme. Die wissenschaftliche Datenlage ist noch begrenzt, sodass die genauen Effekte auf Blutdruck und Herzgesundheit nicht abschließend belegt sind. Für gesunde Menschen kann es aber eine unterstützende Maßnahme sein, um das Herz-Kreislauf-System zu fordern und die Gefäßregulation zu trainieren.
Auch auf die Psyche wirkt Eisbaden positiv. Viele berichten von gesteigertem Selbstbewusstsein und mentaler Stärke, da das Überwinden der Kälte als kleine Herausforderung erlebt wird. Die Ausschüttung von Endorphinen und Adrenalin kann zu einem Gefühl von Energie, Frische und guter Laune führen.
Darüber hinaus deuten Studien darauf hin, dass regelmäßige Kältereize die Aktivität des parasympathischen Nervensystems verbessern können. Das bedeutet, dass der Körper besser mit Stress umgehen kann und sich Entspannung schneller einstellt. Wer regelmäßig badet, empfindet das oft als mentale Stärkung und Stressabbau, vergleichbar mit Meditation oder kontrollierter Atemübungen
Trotz der positiven Effekte ist Eisbaden nicht risikofrei. Die akute Kälteschockreaktion kann zu Atemnot, Kreislaufproblemen oder Herzstress führen, besonders bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder unkontrolliertem Bluthochdruck. Deshalb sollte man niemals allein baden, sich langsam an die Kälte gewöhnen und den Körper vor und nach dem Bad gründlich aufzuwärmen. Menschen mit gesundheitlichen Risiken sollten unbedingt ärztlichen Rat einholen.