Novak Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise nach Australien verweigert worden.
James Ross/AAP/dpa
Novak Djokovic war in der vergangenen Woche die Einreise nach Australien verweigert worden.
Visum annuliert

Djokovic wird ausgewiesen

Die Entscheidung ist gefallen – oder doch nicht?

Tennis-Star Novak Djokovic wird aus Australien ausgewiesen. Einwanderungsminister Alex Hawke entzog ihm das Visum. Allerdings heißt das nicht, dass die Nummer 1 der Welt auch fliegt. Seine Anwälte werden in Berufung gehen.

Er hat seine Befugnis gemäß Abschnitt 133C(3) des Migrationsgesetzes ausgeübt und das Visum von Novak Djokovic aus Gründen der Gesundheit und der Ordnung annulliert.

„Bei dieser Entscheidung habe ich die Informationen, die mir vom Innenministerium, der Australian Border Force und Herrn Djokovic zur Verfügung gestellt wurden, sorgfältig geprüft. Die Regierung Morrison setzt sich fest für den Schutz der australischen Grenzen ein, insbesondere in Bezug auf die COVID-19-Pandemie“, so der Minister weiter.

Was bedeutet das jetzt?

Der frühere stellvertretende Sekretär der Einwanderungsbehörde, Abul Rizvi zur Konsequenz: „Wenn der Minister beschließt, Djokovics Visum zu annullieren, muss er sofort wieder inhaftiert werden. Er kann aber mit einem Überbrückungsvisum wieder aus der Haft entlassen werden. Rechtlich gesehen muss er zum Zeitpunkt der Stornierung des Visums aber erstmal in Untersuchungshaft genommen werden.“

Was das für die Australian Open heißt, ist noch völlig offen. Es kommt darauf an, wann sich das Gericht mit seinem Fall beschäftigt. Sollte es ein Eilverfahren bis Sonntag geben, könnte er spielen, oder, falls der Richter Hawkes Entscheidung bestätigt, eben nicht.

Wird erst nächste Woche verhandelt, könnten ihn die Australian Open vom Turnier ausschließen, um Chaos im Spielplan zu vermeiden. Legt sich das Gericht fest, erst ab 31. Januar, wenn das Turnier vorbei ist, zu verhandeln, könnte Djokovic eine Einstweilige Verfügung für seine Teilnahme erwirken.

Eine Woche zog sich das Theater um den ungeimpften Serben hin, der trotz Ausnahme-Genehmigung bei seiner Einreise am 5. Januar festgesetzt wurde und fünf Tage in einem Abschiebe-Hotel zubringen musste.

Nachdem ein Richter ihm am vergangenen Montag das Visum wieder zuerkannte, weil der Nummer 1 der Welt an der Einreisekontrolle zu wenig Zeit gegeben wurde, Beweise für seine Ausnahmegenehmigung beizubringen, war Hawke am Zug.

Kraft seines Amtes hat er eine persönliche Entscheidungsgewalt, Visa trotz Gerichtsentscheids aufzuheben. Das nicht zu tun, dafür ließ er sich allerdings bis Freitag Zeit, angeblich, weil Djokovics Anwälte neue Beweismittel vorlegten, die er sorgfältig prüfen wollte.