Die Leuchtschrift «Unfall» auf dem Dach eines Polizeiwagens.
Carsten Rehder/dpa/Symbolbild
Die Leuchtschrift «Unfall» auf dem Dach eines Polizeiwagens.
Für die Sicherheit auf den Straßen

Der neue weibliche Crashtest-Dummy

Nun gibt es endlich auch einen weiblichen Crashtest-Dummy. Doch wie sinnvoll ist sie?

Ihr Name ist Eva

Viele der Mobilitätsexperten und wahrscheinlich vor allem die Expertinnen freuen sich darüber. Ein Dummy in weiblicher Form. Eva wiegt 62 Kilo und ist 162 Zentimeter groß. Zudem entspricht sie der weiblichen Physiognomie, also dem Erscheinungsbild einer Frau.

Warum ist das wichtig?

Gemäß einer britischen Studie werden Autofahrerinnen doppelt so häufig in Unfallfahrzeugen eingeklemmt wie Männer. Ausgewertet wurden Daten von über 70 000 Krankenhauspatienten. Zudem erleiden Frauen häufiger ein Schleudertrauma. 

Grund dafür ist, dass die weibliche Halswirbelsäule schwächer ausgeprägt und auch der Nacken sensibler als bei Männern ist. Dahingegen werden Männer eher an Kopf, Gesicht und Brust verletzt, ergibt die Studie.

Die unterschiedlichen Geschlechter setzen sich also aufgrund ihres Körperbaus verschiedenen Gefahren im Falle eines Unfalls aus.

Sinnvoll?

Ob der weibliche Dummy nun sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten. Der Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV), Siegfried Brockmann, merkt an, dass nicht jede Frau dem Erscheinungsbild von Eva entspreche. Zudem werden Senioren, Menschen mit Übergewicht und Menschen mit Einschränkungen von der Abbildung ausgeschlossen. Auch internationale Unterschiede bestehen.

Darüber hinaus spiele die Wahl des Autos einen Unterschied. Frauen würden im Durchschnitt eher kleine Autos fahren. Dies sei auch ein Grund für die höhere Verletzungsrate nach Unfällen bei Frauen. Der weibliche Dummy soll bei Heckunfällen, also zum Beispiel Auffahrunfällen nützlich sein, da in diesem Fall die Nackenmuskulatur ausschlaggebend ist. In anderen Fällen ist die Simulation am Computer wichtig. Schließlich kann man nicht für alles einen Dummy bauen.