Kinderbonus, Glyphosat-Verbot und ein verändertes Fernsehprogramm: Alles neu macht der August. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
Kalenderblatt
Kinderbonus, Glyphosat-Verbot und ein verändertes Fernsehprogramm: Alles neu macht der August. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn/dpa
DEUTSCHLAND

Arbeitsverträge, Gesundheit & Co.

Vieles neu bringt der August:

Mehr BAföG für Azubis
Der Bundestag hat eine knapp sechsprozentige Erhöhung der BAföG-Sätze und zusätzlich eine Erhöhung von Freibeträgen und Schonvermögen beschlossen. Dies gilt sowohl für Auszubildende als auch Schüler bereits zu Beginn des neuen Schuljahres, teilweise also bereits im August. Für Studierende soll es pünktlich zum Beginn des folgenden Wintersemesters mehr Geld geben.

Konkret heißt das: Schüler und Azubis, die auswärts wohnen, können mit 632 Euro anstatt 585 Euro rechnen. Der BAföG-Satz für Studierende wird dann von 427 auf 452 Euro im Monat angehoben. Wer zudem nicht mehr im Elternhaus lebt, kann 360 statt bisher 325 Euro Mietzuschuss erhalten. Studierende, die selbstständig kranken- und pflegeversichert sind, bekommen auch dafür künftig höhere Zuschläge.

Arbeitsverträge
Auf Grundlage der EU-Richtlinien über transparente und verlässliche Arbeitsverträge: Ab 1. August müssen Arbeitgeber in Arbeitsverträgen demnach mehr Bedingungen und Informationen festhalten als bislang notwendig. Das betrifft unter anderem Einzelheiten zur Bezahlung - auch von Überstunden - oder dass Arbeitnehmer ihren Arbeitsort frei wählen dürfen, sofern dies so vereinbart wurde.

Günstigere Medikamente:
Die Neuerung wurde bereits 2019 beschossen und tritt nun ab dem 16. August 2022 in Kraft: In den Apotheken sind dann günstigere Biopharmazeutika zu erhalten. Es handelt sich hierbei um „Biosimilars“, die auf den Markt kommen, sobald das Patentrecht des ursprünglichen Wirkstoffs ausgelaufen ist. Die günstigeren Medikamente zeigen keine verminderte Wirkung. Es handelt sich hierbei beispielsweise um Medikamente zur Behandlung von Morbus Crohn oder Krebs.

Masern-Impfpflicht:
Seit dem 01.08.2022 gilt in Deutschland eine uneingeschränkte Masern-Impfpflicht in einigen Bereichen. Dazu zählen beispielsweise Schulen, Kitas, Flüchtlingsunterkünften, Arztpraxen oder Krankenhäusern - hier müssen Kinder und Beschäftigte fortan einen Impfnachweis vorlegen.

Gas-Notfallplan:
Hintergrund ist die Energiekrise: Die EU-Staaten wollen ab diesem Monat weniger Gas verbrauchen. Der Notfallplan verfolgt das Ziel, dass alle Mitgliedstaaten im Zeitraum 01. August 2022 bis 31. März 2023 freiwillig ihren nationalen Konsum von Gas um mindestens 15 Prozent senken. Hierbei ist der Weg dorthin den Ländern selbst überlassen. Dieses Vorgehen soll zur Vorsorge dienen, sollte Russland die Gaslieferungen in die EU ganz unterbrechen.