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Fasching - aber wo? - Radio 7

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Fasching - aber wo?

Bild: © Sabine Meyer / pixelio.de

 

Die Narren sind los!
Fasching, Fasnet, Karneval – wo, wieso und wie?


Es lässt sich kaum leugnen: Mit Narri, Narro, Alaaaaaf und Co., aufwendigen Kostümen und viel guter Laune hat die fünfte Jahreszeit nun endgültig begonnen. Warum genau dieser Brauch entstanden ist, ist bei Wissenschaftlern bis heute umstritten. Doch egal ob man nun mit den gruseligen Teufels- und Hexenmasken den Winter vertreiben oder vor der Fastenzeit noch schnell seine Vorräte leeren möchte – Spaß ist in jeder närrischen Region garantiert!

Schwäbisch-alemannische Fastnacht

Bild: © SverdrupVier Termine werden bei der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ganz dick im Kalender vorgemerkt:


Bereits am 6. Januar beginnen die offiziellen Feierlichkeiten mit dem Abstauben der Holzmasken. Der "Schmutzige Dunschdig", der Donnerstag vor Aschermittwoch, ist dann der Startschuss für das nichtorganisierte Fasnetsvolk. Traditionell stürmen die Narrenzünfte an diesem Tag Schulen und Rathäuser, um symbolisch für eine Woche das Kommando zu übernehmen.

 

Einen Tag später wird regional unterschiedlich intensiv der "Fasnets-Fritig" gefeiert, bevor mit dem Aschermittwoch oder Schurtag das bunte Treiben mit traditionellen Bräuchen beendet wird. Passend zum Start der Fastenzeit waschen die Narren beispielsweise ihre Geldbeutel, verbrennen Hexen aus Stroh oder essen besonders salzige Speisen wie Schnecken oder Heringe.

 

Fasnetshochburgen in Baden-Württemberg

 


Bild: © Andreas PraefkeHochburgen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht sind vor allem Elzach im Elztal mit den gruseligen "Schuttig", eine Teufelsfigur, deren Umzug am Fastnachtssonntag jährlich tausende Besucher anlockt. Noch unheimlicher wird das Spektakel beim Fackellauf.


Was den Elzachern ihre Schuttig, sind den Konstanzern die sogenannten „Blätzlebuebe“.  Am Schmutzige Donnerstag ist hier Hochstimmung ab den frühen Morgenstunden, für die Kinder ist besonders das traditionelle Kärrelerenne interessant, das am Dienstag stattfindet.


Anders ist das im Zollernalbkreis liegenden, knapp 5000 Einwohner starkem Städtchen Schömberg. Weit über die Grenzen hinaus bekannt ist der Narrentanz der Fransennarren, der sogenannte "Bolanes". Er wird am Sonntag, Montag und Dienstag auf dem Marktplatz von bis zu 800 Narren aufgeführt.



Kölner Karneval



Bild: © Foto: J. Rieger, Köln/Festkomitee Kölner KarnevalDie deutschlandweit wohl bekanntesten Feierlichkeiten vor der Fastenzeit sind in Köln zu Hause. Der Kölner Karneval blickt auf eine rund 200 Jahre alte Tradition zurück und zieht noch heute Millionen Besucher aus der ganzen Welt ins Rheinland.

 

Besonders der Rosenmontagsumzug hat es zu internationaler Berühmtheit gebracht, doch die "Jecken" feiern ihr "kölsches Fasteleer" oder "Fastelovend" ja bekannterweise schon ab dem 11.11.2012 um 11:11 Uhr.  Seit diesem symbolträchtigen Datum gibt es unzählige Karnevalssitzungen und –bälle, bis am Donnerstag vor Aschermittwoch auch das breite Publikum gemeinsam mit den Jecken ins "Kölle Alaaf!" einstimmt.

 

Ab dann ist Köln wortwörtlich im Ausnahmezustand: Fuß- und Wagengruppen ziehen durch die Straßen, Karnevalsgrößen prangern in ihren Büttenreden den ein oder anderen politischen Fehlgriff an und die Funkenmariechen begeistern mit Tanz und Akrobatik. Highlight ist jedoch der weit über die Grenzen hinaus bekannte Rosenmontagsumzug.



Der Rosenmontagsumzug: 3,5 Stunden Kultur und 300 Tonnen Süßigkeiten

Bild: © Foto: J. Rieger, Köln/Festkomitee Kölner KarnevalDie Zahlen, die den Rosenmontag begleiten, sprechen eigentlich schon eine eindeutige Sprache: Insgesamt nahmen 2012 rund 13.000 Personen am Umzug auf den 121  Wägen, als Tanzgruppen und in den Musikkapellen teil.

 

Sie verteilten an die 1,2 Millionen Besucher rund 700.000 Tafeln Schokolade, 220.000 Schachteln Pralinen und 300.000 Blumensträuße, sogenannte Strüßje. Die Umzugswägen werden bereits ab November vorbereitet und behandeln jährlich ein anderes Thema aus Politik, Sport und dem alltäglichen Geschehnissen. Damit die Fernsehteams auch das Ende des sieben Kilometer langen Umzugs noch im Hellen filmen können, wurde vor einigen Jahren der Start von 11:11 Uhr auf 10:30 Uhr vorgelegt. Den genauen Zugweg gibt es hier.

 

 

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Basler Fasnacht

Bild: © Andreas PraefkeDie dritte große Karnevalsfeierlichkeit in unserer Region stellt die Basler Fasnacht. Sie beginnt am 18. Februar mit dem Morgenstraich am Aschermittwoch. Damit hebt sie sich deutlich von der deutschen Tradition ab.

 

Von Mittwoch vier Uhr dauert sie exakt 72 Stunden und endet am übernächsten Donnerstagmorgen ebenfalls um vier Uhr. In diesem Zeitraum wird Basels Innenstadt zum Zentrum der Fasnächtler und ihrer Zünften, die Cliquen genannt werden.   


Bild: © PiccolomindiNeben dem Morgenstraich haben es vor allem die Cortège und die Laternenausstellung zu Ruhm gebracht. Bei der Cortège handelt es sich um einem Umzug mit bis zu 12.000 Fasnächtlern, der am Montag und Mittwoch stattfindet. Auch hier gibt es geschmückte Wägen, Süßigkeiten und Musik – vor allem von Guggenmusikern.


Der Montagabend verzaubert die Besucher mit der Laternenausstellungen direkt nach dem Morgenstraich und nach den beiden Cortège. Über 200 handgefertigte und mit vielen Facetten ausgearbeitete Laternen werden von den Cliquen auf den Basler Münsterplatz gebracht und stellen die laut Veranstalter weltweit größte temporäre Open-Air-Ausstellung.

 

 


 

Übrigens: Alles was Recht ist - aber nicht mehr! Wer haftet für zerschnittene Krawatten? Was passiert, wenn ich von den Kamellen eine Beule oder einen Tinnitus von einer zu lauten Kapelle davontrage? Die Antworten dazu gibt es hier.

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