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Schnitzeljagd mal etwas anders

Foto: © Julia Becker

 

Elektronische Schnitzeljagd

Mit Militärtechnik spielen


Moderne Schatzsucher benötigen keine Ausrüstung aus Hut, Peitsche und Tasche, wie Indiana Jones sie immer bei sich zu tragen pflegt. Moderne Schatzsucher müssen sich auch nicht auf gefährliche Touren ins Land der Mayas begeben, wenn sie ein wirkliches Abenteuer erleben wollen. Und am allerwenigsten brauchen moderne Schatzsucher gegen ausgefeilte Schutzmechanismen in Pyramiden oder gegen Kanibalenstämme oder wilde Tiere kämpfen – meistens jedenfalls. Moderne Schatzsucher brauchen eigentlich nur eines: Ein GPS-fähiges Gerät und den Koordinaten eines Caches, die es im Internet gibt.

Der Weg ist das Ziel!


Foto: © Pavel Ševela / Wikimedia CommonsBewaffnet mit diesen beiden Utensilien geht es dann auf die Suche nach der Dose, die meist an besonders schönen oder ungewöhnlichen Orten versteckt sind. Da der Inhalt dieser Schätze meist von geringem Wert ist, gilt beim Geocaching die Devise: „Der Weg ist das Ziel!“

Geocaching ist viel mehr als ein Spiel. Es ist eine Freizeitbeschäftigung für jeden, der gerne mit einem anderen Blick durch die Welt geht. Es ist fast schon unheimlich, an wievielen Geocaches man tagtäglich vorbeiläuft, ohne es zu wissen. Mittlerweile finden sich die Dosen überall: Mit Magneten an einer Parkbank befestigt, an Baumwurzeln oder unter Brücken.

Schnitzeljagd mit Hilfe von oben

Foto: © Christian-Vandsø-AndersenGerne wird das Hobby als „elektronische Schnitzeljagd“ bezeichnet, und das trifft es auch ganz gut:  Anhand der geografischen Koordinaten, die sich auf Geocachingportalen im Internet finden, muss sich der Schatzsuchende zum Versteck hangeln. Dank den immer besseren GPS-fähigen Smartphones haben sich in den letzten Jahren immer mehr Menschen für dieses Hobby begeistern lassen. Wer allerdings längerfristig cachen gehen will, sollte früher oder später an den Kauf eines richtigen GPS-Gerätes denken - in Puncto Genauigkeit, Robustheit und vor allem bei der Akkulaufzeit sind sie den Smartphones weit überlegen.

Tradis, Multis und Co


Eingeteilt sind Geocaches in verschiedene Schwierigkeitsstufen und Kategorien. Der „Tradi“ gehört dabei zu den einfachsten Dosen, denn seine Position wird exakt angegeben. Beim „Multi“ müssen wie bei einer Schnitzeljagd erst verschiedenen Stationen abgelaufen werden, an denen man dann Hinweise zum Versteck sammeln muss. Im Laufe der Zeit haben sich noch viele weitere Arten des Geocachings entwickelt: Earthcaches zum Beispiel führen an besondere Naturphänomene, bei Mystery Caches müssen schon im Vorhinein Fragen beantwortet werden und bei Nachtcaches haben die Owner (die Besitzer eines Caches) den Cachern mit Reflektoren den Weg zum Versteck bestückt.

Vesperdosen auf der Spur

Foto: © Pavel Ševela / Wikimedia CommonsDer Geocache selbst ist in den allermeisten Fällen eine Dose, die irgendwo versteckt wird – im Wald, zwischen Felsen, in der Stadt oder sogar unter Wasser. Darin befindet sich immer ein Logbuch, in dem der Finder seinen Namen und das aktuelle Datum einträgt. Manchmal gibt es auch Tauschgegenstände oder sogenannte Trackables, die von einem Cache zum nächsten wandern – oder ein ganz bestimmtes Ziel haben. Über 1.800.000 aktive Caches sind weltweit beim größten Geocachingportal registriert, allein in Deutschland sind knappe 230.000 Geocaches versteckt.


Foto: © SolitudeDie Behälter gibt es in fünf festgelegten Größen. Diejenigen, die sich darunter nicht einordnen lassen werden als „other“ kategorisiert und können so groß wie ein Auto oder so klein wie ein Fünf-Cent-Stück sein. In Deutschland sind die meisten Cachebehälter der Kategorie „Micro“ klassische Filmdosen,  die anderen Geocaches sind in der Regel wasserdichte Vesperdosen. Der Kreativität sind aber keine Grenzen gesetzt: Als Cachebehälter gibt es zum Beispiel auch Vogelhäuschen, Munitionskisten und Skulpturen, die mitten im Wald stehen.


Erfolg durch Smartphones

Auch wenn das Geocachen nicht wirklich neu ist (Geburtsstunde des beliebten Spiels war bereits vor 12 Jahren, als die US-Armee das "GPS für alle" öffnete), erfreut es sich immer größerer Beliebtheit. Der Grund dafür ist einfach: Brauchten Geocacher noch vor wenigen Jahren ein richtiges GPS-Gerät, war er dafür mindestens 300 Euro los, heute sind die meisten Smartphones mit einem GPS-Empfänger ausgerüstet.


Foto: © Julia BeckerMehr Geocacher  bedeuten aber auch mehr Rummel an einem Versteck, was manchen wachsamen Mitbürger schon dazu bewegte, die Polizei einzuschalten, weil er einen terroristischen Akt oder kriminelle Drogengeschäfte vermutete. Geocacher sind deswegen angehalten, sich unauffällig zu verhalten.


Trotzdem lohnt sich diese Art der Freizeitbeschäftigung für viele Gruppen. Wanderfreudige Eltern sehen im Geocachen eine Möglichkeit, ihre begeisterten Kids mit auf die Tour zu nehmen, selbst Alteingesessene entdecken auf diese Weise immer noch einen Platz, bei dem sie nicht waren und viele Reisende haben bei  einer Urlaubsreise längst den Reiseführer gegen das GPS-Gerät getauscht, um die wirklich spannenden Stellen unterwegs zu entdecken, die in einem gewöhnlichen Touristenführer gar nicht erst auftauchen.

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