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Kindersitze

 

Bild: Britax Römer

Kindersitze

Sicherheit für die Kleinen ein großes Thema

 

Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr ist ein sehr emotionales Thema. Sobald es um die Kleinsten in der Gesellschaft geht, klingeln bei Eltern zu Recht alle „Alarmglocken“. Dies ist speziell der Fall, wenn es um Kindersitze, Babyschalen und allgemein den Transport der Kinder im eigenen Auto geht. Die Industrie hat in den vergangenen Jahren stark in Innovationen investiert und aus Kindersitzen zum Teil kleine Burgen gemacht, dass dem Nachwuchs bei einem Unfall nichts passieren kann. Aber worauf müssen Eltern achten, wenn sie einen Sitz für ihr Baby oder die sechsjährige Tochter kaufen wollen? Die Auswahl ist riesengroß und damit auch die Gefahr das falsche Modell zu wählen.  Wir geben die wichtigsten Tipps und zeigen, wo man sich im Internet  informieren kann.

 

Bild: ADAC Testsieger Kiddy Guardianfix Pro 2Das Gesetz setzt klare Größenregeln 


Seit dem 1. April 1993 besteht in der Bundesrepublik eine generelle Sicherungspflicht für Kinder in Kraftfahrzeugen. Dies regelt der Gesetzgeber in § 21 Absatz 1a und b der Straßenverkehrsordnung. Hierin wird vorgegeben, dass für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, entsprechende unterstützende Sitze in Autos verwenden müssen. Ist ein Kind im PKW nicht richtig untergebracht, wird dies nach der Straßenverkehrsordnung geahndet, wie Jürgen Salzmann, Pressesprecher der Polizei Neu-Ulm betont: „Halten wir Eltern mit ihrem Kind an, das im Auto nicht gesichert ist, kostet dies ein Bußgeld von 40 Euro sowie eine Verwaltungsgebühr. Zudem erhält der verantwortliche Fahrer noch einen Punkt  im Verkehrszentralregisteri in Flensburg. Dabei sollte man an die Sicherheit der Kinder im Auto denken.“

 


Für jedes Alter den passenden Sitz  


Kinder sind je nach Entwicklungsstufe unterschiedlich groß. Ein Baby benötigt natürlich eine andere Sitzgelegenheit  als ein 11-jähriger Junge. Aus diesem Grund gibt es für jedes Alter und Wachstum eine eigene Kindersitzgröße:

 


 

Kindersitzgruppe 0 (0-10 kg, bis 1 Jahr)/ 0+ (0-13 kg, bis 2 Jahre):

Für Neugeborene bis zu einem Gewicht von 13 kg ist die Babyschale passend (bei 0 nur bis 10 kg). Sie wird gegen die Fahrtrichtung auf dem Sitz angebracht  und sollte solange genutzt werden, bis die Kopfoberkante des Kindes nicht mehr fest in der Schale liegt.

 

Kindersitzgruppe 1 (9-18 kg, bis 4 Jahr):

In dieser Klasse gibt es vor allem die Unterscheidung zwischen Hosenträgergurt- und Fangkörpersystemen. Vorteil des Fangkörpersystems ist die geringere Belastung bei Frontalunfällen für das Kind. Beim Hosenträgersystem hat das Kind eine bessere Schlafposition und schwitzt weniger. Einige Modelle dieser Bauart können ebenso gegen die Fahrtrichtung eingerichtet werden. Der Einbau ist zwar schwieriger, aber auch hier ist die Belastung bei einem Aufprall von vorne niedriger.

 

Kindersitzgruppe II (15-25 kg, bis 3,5-7 Jahr)/ III(22-36 kg, bis 6-12 Jahre):

Die Klassen II und III zeichnen sich vor allem durch Sitzerhöhungen mit Rücken- oder Schlafstützen aus. Die Sicherung der Kids erfolgt dabei über den Dreipunkt-Sicherheitsgurt des PKWs. Der Gurt muss mittig über die Schulter des Kindes laufen, so dass die Aufrollautomatik, soweit sich das Kind bewegt, den Gurt immer wieder straff zieht. Empfohlen sind diese Sitze ab einem Alter von 4 Jahren, dann ist die Schulter der Kinder auch stärker. Eine weiterer Tipp des ADAC: Nutzen sie Sitzerhöhungen nur mit Rückenstütze – ein Aufprall von der Seite ist abgemildert  und die Sicherheit erhöht.

 

 


 

Bild: ADAC Testsieger Britax Römer Duo PlusVor dem Kauf an Testergebnissen orientieren – auf Prüfsiegel achten


Die Größe eines Sitzes ist ein Auswahlkriterium, allerdings steht man auch dann noch vor einem großen Angebot. Dies ist meist verwirrend. Ein gute Orientierungshilfe sind die verschiedenen Testergebnisse, z.B. des ADAC oder der Stiftung Warentest. Natürlich auch renommierter Autozeitschriften. In Fachgeschäften kann man sich sehr zielgerichtet und kompetent beraten lassen. Hierdurch wird dann schnell klar, welcher Sitz in Frage kommt. Hat man dann die erste Auswahl getroffen, steht der Test im eigenen PKW an: Passt der Sitz in mein Auto? Steht er stabil? Hat mein Kind genügend Beinfreiheit? Ist der Autogurt für den entsprechenden Kindersitz lang genug? Das Kind sollte Probesitzen dürfen. Dabei sollte auch ein Fachverkäufer anwesend sein, der die Sitzposition prüfen kann. Wichtig dabei: ist der Sitz nach den neuesten Prüfnormen zugelassen? Zu erkennen durch das Prüfsiegel am Kindersitz mit der europäischen Norm  ECE R 44/04. Sollte das Prüfsiegel auf ECE R 44/03 datiert sein, ist der Sitz zwar älter, darf aber weiterhin genutzt werden.  Viele Eltern greifen auch gerne zu gebrauchten Kindersitzen. Hier gilt: Gebrauchte Sitze sollten grundsätzlich nur aus dem Bekanntenkreis gekauft werden als anonym über das Internet. Eventuelle Vorschäden an den Sitzen können so schneller festgestellt werden. Aber auch bei Sitzen von Freunden ist zu beachten: Aktuelle Prüfsiegel  ECE R 44/04 oder ECE R 44/03 müssen vorhanden sein. Der Gesetzgeber gibt vor, dass ältere System (…44/02 oder ..44/01) nicht mehr verwendet werden dürfen.

 

 

Bild: GTÜ_pixelio.deIsofix sorgt für Stabilität


Ein weiteres Entscheidungskriterium für den Kauf sind Isofix-Systeme. Dies ist eine genormte, feste Verbindung zwischen Kindersitz und Fahrzeug.  Viele Neuwagen verfügen über  diese kleinen vorinstallierten Haltebügel auf Rück- oder Beifahrersitz. Isofix-geeignete Kindersitze werden auf diese Halterungen gesteckt und rasten ein. Somit ist eine feste Verbindung zwischen Kindersitz und Auto geschaffen. Und auch für die Eltern wird es einfacher, da es bisher teilweise kompliziert war, wie nun der Autogurt in oder um den Kindersitz gelegt wird. „Dies ist der große Vorteil bei dem genormten System Isofix. Beim Einbau in den PKW sind weniger Fehler möglich und die Eltern machen auch weniger Fehler. Zudem werden bei einem Unfall die Belastungen auf das Kind erheblich vermindert“, betont Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Der Isofix-Trend wird sich noch weiter verstärken, denn ab November 2012 ist Isofix obligatorisch für neue Fahrzeugmodelle und ab November 2014 müssen alle Neufahrzeuge, die in den Handel kommen, mit Isofix Befestigungspunkt ausgestattet sein. „Leider gibt  es nur wenige Kindersitze, die im Moment universell für die Isofix-Vorrichtungen verschiedener Autofabrikate nutzbar sind“, erklärt Siegfried Brockmann weiter. Über welches System der PKW verfügt und welcher Sitz zu nutzen ist, steht in den Fahrzeugbedienungsanleitungen des jeweiligen Autos. Natürlich kann man sich auch direkt an den Fahrzeughersteller oder den Vertragshändler wenden.

 

Die besten Sitze nach Kindersitzgruppen


Der ADAC testet zwei Mal im Jahr Kindersitze. Hierbei werden die Bereiche Sicherheit, Bedienung/ Ergonomie, Schadstoffe sowie Verarbeitung/ Reinigung geprüft. Hier sind die aktuellen Ergebnisse der zweiten Testreihe 2012:

 

Quelle: ADAC - Klicken zum Vergrößern

 

 

 

 

 

Quelle: ADAC

 

Weitere Informationen:

Tipps und Informationen zum Kindersitzkauf beim Gesamtverband der Deutschen Versicherer

 

Der interaktive Kindersitzberater des ADAC

 

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