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Brauche ich einen Organspendeausweis?

Bild: organspende-info.de

Spenderausweis, Aufklärung, Skandale

Organspenden

 

Seit 1. November letzten Jahres müssen die Krankenkassen ihre Versicherten über Organspenden aufklären. Statt aufzufordern, Organe zu spenden, soll lediglich über dieses Thema informiert werden. Die Kassen haben für ihre Aufklärungsarbeit bis 31. Oktober dieses Jahres Zeit. Wie ist der Zwischenstand?

 

Der Bedarf an Spenderorganen sei laut den Kassen jedenfalls da, denn 1.500 Menschen warten in Baden-Württemberg aktuell auf ein Spenderorgan, 20 davon sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Über 100 der Menschen auf den Wartelisten sterben jährlich, weil sie nicht rechtzeitig ein Spenderorgan erhalten. Dabei sei die Spendenbereitschaft laut Umfragen durchaus vorhanden. Drei Viertel aller Deutschen wären laut Umfragen zwar bereit zu spenden, doch nur ein Viertel besitzt einen Organspendeausweis.

 

 

Angehörige sind meistens überfordert

 

"Der Hauptgrund, warum ein Organ nicht gespendet wird ist, dass Angehörige mit der Situation überfordert sind.", sagt Hubert Forster von der Techniker Krankenkasse. Ziel sei es deshalb, den Angehörigen eine Botschaft zu hinterlassen, was mit den Organen nach dem Tod geschehen soll.

 

Bild: sxc.hu / wolakDie Krankenkassen in Deutschland haben bis 31.10. dieses Jahres Zeit, ihre Versicherten über das Thema Organspenden zu informieren. Vor allem über die Fragen, welche Voraussetzungen ein Spender mitbringen sollte und wie die Patienten davon profitieren, soll aufgeklärt werden. Nach den Organspende-Skandalen ist das allerdings keine leichte Aufgabe. Ziel sei es aber, so Hubert Forster, dass sich die Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, um vielleicht doch eine Entscheidung zu treffen - sollen die Organe nach dem Tod gespendet werden oder nicht?

 

 

Der Organspendeausweis

 

Wer ein oder mehrere Organe spenden möchte, bekommt einen Organspendeausweis. Auf diesem kann aber auch stehen, dass man nicht spenden will. "Zwar ist es für Patienten bedauerlich, die auf ein Organ warten, allerdings sind so klare Verhältnisse geschaffen, was es auch den Angehörigen leichter macht, sich nach dem Tod mit dem Thema auseinanderzusetzen."

 

 

An der Warteliste vorbei transplantieren

 

Die meisten Patienten müssen lange auf ein Spenderorgan warten. Da ist die Verlockung groß, ein Organ an der Warteliste vorbei zu transplantieren. Laut Zahlen der Bundesregierung wird jedes vierte Herz und jede zweite Bauchspeicheldrüse innerhalb der Kliniken an ausgesuchte Patienten vergeben. Dabei werden beschleunigte Verfahren eingesetzt, wenn es sich um ältere und besonders kranke Patienten handelt. Es wird vorgeworfen, dass Krankenhäuser das System der Organvergabe mit dieser Möglichkeit unterlaufen und Patienten "kränker" machen, um Organe mittens dem beschleunigten Verfahren transplantieren können. Patienten, die von dieser "Masche" nicht profitieren, müssen unter Umständen länger auf ein Organ warten und werden ggf. um ein lebensrettendes Organ betrogen.

 

 

Nach dem Organspendeskandal

 

Bild: sxc.hu / KurhanDie Tendenz der Spendenbereitschaft ist nach den Skandalen zurückgegangen. "Um die Spendenbereitschaft wieder zu erhöhen, braucht es sehr viel Transparenz in den Krankenhäusern und in den Organspendezentralen. Dafür müssen die Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern eine gute und ehrliche Arbeit machen.", so Forster.

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