
Der Europäische Gerichtshof hat entschieden - Ende des Jahres sollen Männer und Frauen einheitliche Beiträge an Versicherungen zahlen. Die Versicherungsunternehmen müssen ihre Tariflandschaft neu ordnen und die Verbraucher wissen bisher kaum, was es mit dem Unisex-Tarifen auf sich hat.
Die Gleichstellung von Männern und Frauen ist ein grundlegendes Prinzip der Europäischen Union. Nach Artikel 21 und 23 der Charta der Grundrechte von Männern und Frauen ist die Diskriminierung wegen des Geschlechts verboten. Um das nun im Versicherungssektor auszuschließen, wird es Ende Dezember Unisex-Tarife geben.
Erste Versicherungsunternehmen haben bereits Unisex-Tarife auf den Markt gebracht. Anbieter von Pflegeversicherungen differenzieren zum Beispiel nicht mehr zwischen Mann und Frau. Andere Anbieter locken damit, dass das Geschlecht, das künftig besser als bislang gestellt wird, Versicherungen schon jetzt zu günstigeren Konditionen bekommen kann. Das macht den Tarif-Dschungel nicht unbedingt übersichtlicher. Dennoch lässt sich sagen, dass es die größten Beitragsanstiege bei den Kranken- und der Risikolebensversicherung geben wird. Nur bei Berufsunfähigkeitsversicherung ist der ausgeübte Beruf wichtiger als das Geschlecht.
Unisex-Tarife haben bei manchen Versicherungen durchaus Vorteile. Frauen mussten zum Beispiel in der Krankenversicherung mehr zahlen, weil sie statistisch eine längere Lebenserwartung haben und häufiger zum Arzt müssen. Auch in der Kfz-Versicherung müssen Frauen in Zukunft weniger bezahlen. Das gilt vor allem für private Krankenversicherungen. Für Männer werden in Zukunft die Lebensversicherungen etwas günstiger. Da sich die Beiträge angleichen, kann es für Männer und Frauen in anderen Versicherungssparten aber teurer werden.
Bisher mussten Frauen für ihre private Krankenversicherung mehr zahlen als Männer. Das soll sich ab dem 21. Dezember ändern. Allerdings müssen Männer nach der Angleichung mit höheren Prämien rechnen.
Bisher war es so, dass Frauen wegen ihrer statistisch höheren Lebenserwartung mehr Beiträge zahlen mussten. Mit Einführung der Unisex-Tarife gleichen sich die Prämien an denen der Männer an.
Rechtsexperten sind der Meinung, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht vom Europäischen Gerichtshof erfasst wird. Preisliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es bei diesen Tarifen auch nur minimal, sodass sich nur geringfügig etwas ändern wird.
Bei der Risiko- und Kapitallebensversicherung müssen die Anbieter die Geschlechter ebenfalls gleich stellen. Vor allem Männer können sparen, wenn sie sich nach dem Stichtag, dem 21. Dezember dazu entscheiden, eine Lebensversicherung abzuschließen.
Bisher wurden Frauen bei der Kfz-Versicherung bevorteilt, weil sie weniger Unfälle verursachen als Männer. Nach den Unisex-Tarifen und der daraus resultierenden Angleichung müssen Frauen dann allerdings mehr bezahlen.
Hier werden handwerklich tätige Frauen ab Dezember mit höheren Beiträgen zur Kasse gebeten.
Weitere Informationen zum Unisex-Tarif über 1a.net.
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