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Stevia: neuer Zuckerersatz - Radio 7

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Stevia: neuer Zuckerersatz

Bild: CCO/Robert Lynch/Pixabay

Die Süße aus der Natur – Stevia

Stevia ist ein Süßstoff, der aus Süßkraut oder Honigkraut gewonnen wird. Es besteht hauptsächlich aus Steviolglycosiden. Stevia ist somit ein Stoffgemisch und wird als Süßstoff verwendet. Steviaprodukte können bis zu 450-mal süßer als Zucker sein. Vorteil ist, dass dieser natürliche Süßstoff keine Zahnkaries hervorruft, für Diabetiker geeignet ist und kalorienfrei ist.

Die Europäische Lebensmittelbehörde Efsa erklärte im April 2004 die süßen Inhaltsstoffe als gesundheitlich unbedenklich.
Seit dem 2. Dezember 2011 sind Steviolglycoside in der EU unter der Bezeichnung E 960 (Stevioglycoside mit mindestens 95 %-Gehalt) als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. D.h. die Voraussetzungen der EU-Zulassung wurden erfüllt, da Studien belegten, dass Steviolglycoside weder krebserregend seien, noch schadeten sie der Fortpflanzung.

Herkunft

Die Pflanze ist im Hochland von Amambay zwischen Paraguay und Brasilien zu finden und wird dort seit Jahrhunderten zum Süßen z.B. von Tees verwendet. In Europa hingegen wurde die Pflanze erst vor einigen Jahrzehnten eingeführt. Wollte man Stevia haben, gab es nur die getrocknete Pflanze, die es im Reformhaus zu kaufen gibt. Die Blätter sind nicht zum Verzehr zugelassen.

Produkte mit Stevia

Die Firma Nordzucker macht es vor und brachte im Dezember 2012 einen Haushaltszucker auf den Markt, der aus Zucker und Stevia hergestellt ist. Er ist genauso süß und hat den gleichen Geschmack wie herkömmlicher Zucker, hat aber nur halb soviel Kalorien, kostet jedoch das Vierfache.

Mit Schokolade sieht es schon etwas schwieriger aus, denn hier muss zusätzlich das Rezept geändert werden, da Stevia fast kein Volumen hat. Somit fehlt die Masse. Im Frühjahr 2012 kam eine Schokolade auf den Markt, die mit Stevia-Extrakt statt Zucker
gesüßt ist.

Der Konfitürenhersteller Zentis hat es nachgemacht und eine mit Stevia gesüßte
Konfitüre mit 30 Prozent weniger Kalorien herausgebracht.

Stevia-Süßstoffe dürfen nicht mehr als 30 Prozent des Zuckers ersetzen. Nur so ist ein unschädlicher Verzehr gewährleistet. Daher ist Stevia als Süßungsmittel für Kekse und Gebäck in der EU nicht zugelassen.

Getränke gibt es mittlerweile schon einige, die mit Stevia gesüßt werden. In Frankreich gibt es zum Beispiel die Fanta Still, die 30 Prozent weniger Zucker enthält. Weltweit ist Coca-Cola bereits mit 30 Produkten, die mit Stevia-Extrakten gesüßt sind, auf dem Markt. In Deutschland hält sich der Getränkeriese jedoch zurück. Des Weiteren gibt es Bonbons, Joghurt, Fruchtsäfte und Limonaden mit der Stevia-Süße.

Nachteil von Stevia

Das Süßungsmittel hat den Nachteil, dass es einen lang anhaltenden bitteren Nachgeschmack erzeugt. Außerdem hat Stevia eine leicht gefäßerweiternde und blutsenkende Wirkung. Generell wird das Süßungsmittel kontrovers bezüglich möglicher Risiken diskutiert. Obwohl herkömmlicher Zucker in Stevia-Produkten ausgetauscht wird, enthalten diese Produkte oft noch Zucker oder konventionelle Süßstoffe. Dies liegt vor allem am Eigengeschmack der Steviasüße: Das Steviosid besitzt eine bittere, lakritzartige Note. Zu viel Stevia würde schlicht den Geschmack von Erdeeberkonfitüre oder Vollmilchschokolade verfälschen.

Vorteil

Stevia-Produkte dürfen als diätische Lebensmittelergänzungen verwendet werden. Sie sind kalorienärmer als herkömmliche Produkte. Die Steviasüße ist leicht wasserlöslich, koch- und backfest und in Lebensmitteln lange haltbar.

Hilfe beim Kaloriensparen

Stevia-Produkte enthalten oft ein Viertel oder die Hälfte weniger Kalorien als Produkte, die nur mit Zucker gesüßt werden. Ein Nachteil bei den kalorienreduzierten Produkte ist jedoch, dass auch die Süße einbüßt. Wie Stiftung Warentest in einem Test von Stevia-Produkten zu herkömmlichen Produkten der gleichen Art herausfand, schmecken die Produkte, die mit Stevia gesüßt wurden, auch weniger süß und besitzen einen leicht bitteren Nachgeschmack.
Man müsse sich eventuell erst einmal an den
Geschmack gewöhnen.

Empfehlung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen kam zu dem Schluss, Steviosid bis zu einer Höchsteinnahmemenge von 2 mg pro Tag und kg Körpergewicht für den menschlichen Gebrauch vorläufig als unbedenklich zu bezeichnen. Wer die Produkte in normalen Mengen verzehrt, erreicht diese Grenze nicht einmal annähernd.

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