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Erst stachelig, dann lecker: Maronen - Radio 7

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Erst stachelig, dann lecker: Maronen

Bild: sxc.hu/Miguel Saavedra

Erst stachelig, dann lecker

Kleine Köstlichkeit: die Esskastanie

Was gibt es Schöneres als im Herbst durch den Wald zu spazieren und dabei noch kleine Leckereien zu sammeln? Klar, im ersten Moment können die Esskastanien in ihrer Hülle ganz schön stacheln, aber wenn sie erstmal auf dem Esstisch stehen, vergisst man das gleich wieder. Wir verraten, wie man die Esskastanie am einfachsten zubereitet und was man daraus alles machen kann.

 

Ein paar Fakten

Die Esskastanie reift von Ende September bis Anfang Oktober. Man kann nur das weiße bis gelbliche Fruchtfleisch essen, das sich unter der braunen holzigen Schale befindet. Die kleine Köstlichkeit bezaubert besonders durch ihren leicht süßlich-nussigen Geschmack. Die Esskastanie wird oft zum Wildgemüse gezählt, obwohl sie eigentlich eine Frucht ist. Außerdem enthalten Esskastanien lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Eisen und Vitamin C.

Die Edelkastanie liefert nicht nur eine Frucht zum Essen, sondern dient auch als Holzlierferant, zum Beispiel für Möbel oder Böden. 

Insgesamt gibt es 13 verschiedene Arten der Castanea. Die Einzige auf dem europäischen Kontinent ist die Europäische Kastanie. Ursprünglich stammt diese Baumart aus dem Schwarzmeerraum in Kleinasien. Direkt angebaut wird sie in wärmeren Gebieten, wie  in der Türkei oder in Griechenland. Vor allem in der Pfalz, am Bodensee oder im Rhein-Main-Neckar Gebiet findet man auch wild wachsende Edelkastanien.

 

Die einfachsten Methoden, die Kastanie zu schälen

Vorab sollte man die frisch gesammelten Kastanien für einige Tage trocknen lassen, denn nur so kann die Stärke in Zucker umgewandelt werden und das macht den beliebten süßlichen Geschmack aus.

Die Schale der Esskastanie lässt sich ganz schön schwer entfernen. Es gibt mittlerweile eine Handvoll Ideen, wie man sie am besten schälen kann.

1. Die Frucht zuerst im Ofen rösten und anschließend für wenige Minuten im Wasser kochen. Auf diese Weise löst sich die Schale leichter.

2. Man kann die Kastanie aber auch erst einige Stunden in lauwarmes Wasser legen, bevor sie in den Backofen kommen. Übrigens, Esskastanien, die im Wasser nicht auf den Boden sinken, können gleich aussortiert werden, denn diese zeugen von schlechter Qualität und haben vielleicht sogar einen Wurm. Nach dem Wasserbad auf jeder Kastanie ein Kreuz mit dem Gemüsemesser einritzen und danach für 10 Minuten in einem Topf mit wenig Wasser dünsten. Danach werden die Kastanien auf einem Backblech für etwa 20 Minuten bei 160 Grad in den Backofen geschoben. Um die Schale noch besser entfernen zu können, legt man nach dem Backen ein angefeuchtetes Geschirrtuch für kurze Zeit auf die Esskastanien.

3. Die rohen Esskastanien erst von ihrer braunen Schale befreien und danach für fünf Minuten kochen lassen. Die helle, dünnere Haut kann danach einfach entfernt werden.

4. Die Maroni kreuzweise einschneiden, kurz aufkochen lassen, eiskalt abschrecken und danach pellen.

5. Der fünfte und letzte Tipp zum Kastanienschälen bezieht die Mikrowelle mit ein. Man nehme einen Mikrowellenbeutel, fülle die gewünschte Menge Esskastanien zusammen mit etwas Wasser hinein. Wer keinen Mikrowellenbeutel hat, kann auch ein fest verschließbares, mikrowellengeeignetes Plastikgefäß nehmen. Bei 800 Watt wird der Beutel für ca. eineinhalb Minuten erhitzt. Nach einer zweiminütigen Abkühlpause wird der Beute wieder für ca. eineinhalb Minuten erhitzt. Beutel öffnen und los schälen.

Welche Methode nun die Beste ist, bleibt jedem selbst überlassen. Einfach mal ausprobieren.

 

Köstliche Gerichte

Die Kastanie wird überwiegend als Füllung oder als Beilage beim Essen verwendet. Besonders bei herbstlichen Gerichten mit Gänsen, Enten, Puten oder Wildgeflügel ist die Esskastanie eine beliebte Komponente. Sie kann Hauptbestandteil der Füllung sein oder aber auch als Sauce serviert werden.

Aber es gibt auch die Möglichkeit die Esskastanie als Mehl zu verarbeiten, um Kastanienbrot oder –kuchen herzustellen. Hauptsächlich in der Italienischen, Schweizer und Korsischen Küche wird die Kastanie als Mehl gebraucht. Zum Beispiel in Piemont werden die Gnocchi aus Maronen- und Kartoffelmehl hergestellt.

Selbst in der Pfalz haben die Maronen vor dem regionalen Hauptgericht, dem Saumagen, nicht Halt gemacht. Denn diesen gibt es im Herbst immer mit Esskastanien zu kaufen.

 

Rezeptvielfalt

Maronen-Klöpse

  • 250 g Hackfleisch
  • 1  Ei
  • 1 kleine, gewürfelte Zwiebel
  • 1 gehackte Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer, Kümmel, Paprikapulver, Majoran
  • 1 Handvoll frische, gehackte und gekochte Maronen
  • wenig Semmelmehl

Man vermengt das Gehackte mit dem Ei, den Zwiebelstücken und dem gehacktem Knoblauch. Am besten kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Kümmel und dem Majoran etwas vorsichtig sein. Maronen in heißem Wasser für ca. 10 Minuten köcheln lassen, nachdem die derbe Schale eingeritzt wurde. Anschließend schälen. Um sie zu zerkleinern, mit einem Messer grob kleinhacken.  Ca. 1 Handvoll davon wird an die Hackmasse dazugeben und durchknetet.

Die Masse wird dann zu Klöpsen geförmt und in der übriggebliebenen, gehackten Maronenmasse gewälzt. Die Klöpse dann in Butterschmalz oder in Öl goldgelb anbraten von beiden Seiten. Und fertig ist die Vorspeise. Mit Kartoffeln oder Wintergemüse wird das Gericht zu einer vegetarischen Hauptmahlzeit.

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