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Wissenswertes über Eis

Bild: sxc.hu/Patrick Nijhuis

Eis-Enzyklopädie
Eiskalte Fakten

Der Himmel ist wolkenlos, die Sonne brennt aufs Haupt. Um im Sommer einen kühlen Kopf zu bewahren, ist ein Eis die erste Wahl. Doch was schleckt man da eigentlich genau?

Kalte Sünde? 

Eis ist so schön süß, dass man fast schon beim Schlecken ein schlechtes Gewissen kriegt. Ist das gerechtfertigt? Tatsächlich ist lange nicht jedes Eis eine ungesunde Kalorienbombe. Die verschiedenen Wassereis-Variationen aus der Tiefkühltruhe beispielsweise haben so gut wie keinen Fettanteil, denn wie der Name schon sagt, bestehen sie eben vor allem aus Flüssigkeit. Auch nach dem Besuch in der Eisdiele muss man nicht gleich aufs Laufband, solange man sich für Fruchteis- oder Obstsorbet-Variationen entscheidet, und Beilagen wie Sahne oder Liköre weglässt. Zwei Kugeln pro Tag sind in jedem Fall eher unbedenklich. Wer so richtig schlemmen will, der kann mit Eis aber auch sein Fett wegkriegen: Ein Bananensplit mit Sahnedekor enthält gut 500 Kilokalorien und ist damit so energiehaltig wie ein ganzes Mittagessen. Aber naja: Sündigen macht auch mal Spaß!

Und wir Deutschen sündigen gerne - knapp 80 Prozent der Bevölkerung auch im Winter. Auf den einzelnen umgerechnet ergibt sich ein Eiskonsum von acht bis zehn Kilo pro Jahr. Amerikaner essen, mit ihrem Hang zu XXL-Portionen, knapp 13 Kilo Eis in 365 Tagen. Spitzenreiter sind lustigerweise aber die Finnen - ganze 15 Kilo werden da pro Kopf verspeist, und das bei einer Jahresdurchschnittstemperatur um 5 Grad!

Antike Erfrischung

Andererseits sagt man den Finnen ja auch einen Hang zur Depression nach - und da ist Eis das ideale Gegenmittel: Beim Schlecken werden Glückshormone ausgeschüttet und Stress abgebaut. Das wusste bereits 3000 v.Chr. auch der legendäre Feldherr Alexander der Große. Um die Moral seiner Offiziere auf den langen und anstrengenden Eroberungsmärschen hochzuhalten, servierte er ihnen süße Eisportionen, die er aus Schnee, Gletschereis und Zutaten wie Honig, Wein und Milch in mit Holz verkleideteten Erdlöchern mischen ließ. Ähnlich praktizierten das die Chinesen - bis sie entdeckten, wie man Eis auch fernab von schneebedeckten Gebieten herstellen kann, und zwar unter Zuhilfenahme von Salpetersalz. In Wasser gemischt, löst es sich beim Abkühlen auf, wobei es die Wärme der Umgebung mit aufnimmt. In dieser Lösung ließen sich die vorbereiteten und noch flüssigen Zutatenmischungen in Gefäßen zu festem Eis herunterkühlen. Marco Polo brachte diese Methode schließlich auf einer seiner Weltreisen in die italienische Heimat mit - dort, wo sich der Kaiser Nero einige Jahrhunderte zuvor noch Eis aus den hunderten von Kilometern entfernten Alpen anschleppen ließ.

Gelato Italiano

Die Italiener waren daraufhin die ersten, die die Eisherstellung in großem Stil betrieben, weshalb sie gemeinhein auch - wie man sieht, nicht ganz korrekt - als die Eis-Erfinder gelten. Sie stellten Glasgefäße gefüllt mit den flüssigen Zutaten in riesige Wasser-Salpetersalz-Bottiche, um sie auf festes Eis herunterzukühlen. Durch ständiges Rühren schafften sie es, die Eiskristalle beim Gefrieren klein zu halten, und dadurch besonders cremige Delikatessen herzustellen. Dementsprechend blieb Eis bis Ende des 17. Jahrhunderts ein Privileg der oberen Klassen - und nicht selten wurde das Verraten geheimer Eisrezepte sogar mit dem Tod bestraft!


Eis selbst machen?Kein Problem! 


Kalte Gurke

Inzwischen sind Eisrezepte natürlich keine Staatsgeheimnis mehr. Eis wird heutzutage mit einer Mischung aus Fruchtzubereitungen, Aromastoffen, und Fett hergestellt. Für die Optik kommen bei vielen Sorten auch Farbstoffe hinzu - ein Erdbeereis wäre ohne Zusätze nicht so herrlich knallrot, wie man es aus den Eisdielen und Supermärkten kennt. Cafés und industrielle Hersteller lassen sich auch immer wieder neue Variationen einfallen, um den süßen Sommer abwechslungsreich und spannend zu gestalten. Der Innovationsdrang hat da hin und wieder den Geschmacksverstand ausgehebelt: Merkwürdige Geschmacksrichtungen wie 'Knoblauch' oder 'Jalapeno' fanden ihren Weg genauso aus den Eisschmieden wie 'Saure Gurken'. Als Zielgruppe für das blassgrüne Erzeugnis waren schwangere Frauen angedacht, die in der Schwangerschaft ja gerne zu Gurken greifen sollen, da deren Inhaltsstoffe die Zellteilung unterstützen. In Eisform kam das Ganze aber nicht so wirklich an - die Verkaufszahlen waren miserabel. Am liebsten schlecken wir eben immer noch die Klassiker: Vanille und Schokolade sind in jeder Saison aufs Neue ganz vorne mit dabei.

Becherdiebe

Die Römer und Chinesen mussten ihr Eis noch von den Silberplatten löffeln, heute isst man Eis auch ganz entspannt im Gehen am Stiel oder in der Waffel. Die Idee zum mitnehmbaren Eis entstand erst vor knapp hundert Jahren und wurde eher aus der Not geboren: Ein New Yorker Eisdielenbesitzer musste sich 1896 regelmäßig über abhanden gekommene Glasschalen ärgern - die Kunden behielten die Behältnisse nach dem Essen einfach. Also fing er an, sein Eis in kegelförmigem Gebäck zu verkaufen.

 

Ob auf Tellern, in Waffeln, oder am Stiel: Eis ist und bleibt der Klassiker eines jeden Sommers. Da macht es ausnahmsweise mal Spaß, sich die Kugel zu geben...

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