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Die Küche der EM-Gastgeber

Bild: CCO/AnnaER/Pixabay

Die Küche der EM-Gastgeber

Fußballmäßig geht's in Polen und der Ukraine drunter und drüber. Tausende Fußball-Fans stopfen sich während der EM wieder die Klassiker der zahlreichen Imbissbuden rein - dabei haben die Gastgeberländer so viel mehr zu bieten...Wir haben einen genauen Blick in die Kochtöpfe der Polen und Ukrainer gewagt.

Polnische Küche

Vor allem die Fans von deftigen Gerichten kommen bei der polnischen Küche voll auf ihre Kosten. Die meisten der polnischen Nationalgerichte stammen nämlich noch aus einer Zeit, in der die meisten Polen noch auf den Feldern ihren Lebensunterhalt verdienen mussten. Gepaart mit dem harten polnischen Winter musste das Essen deshalb vor allem energiereich und wärmend sein.

Deftig und sättigend: Bigos

Als das Nationalgericht Polens gilt "Bigos". Ein Schmoreintopf aus Sauerkraut und Weißkohl. Weitere variierende Zutaten sind Wild, Rind, Schwein, Waldpilze und Karotten. Die Bigos-Rezepte werden in Polen oftmals von Generation zu Generation als Familienrezept weitergereicht, wodurch man in verschiedenen Regionen Polens häufig auf verschiedene Bigos-Sorten treffen wird.
Um Bigos zu kochen werden zunächst Trockenpilze in Wasser eingekocht und der Sud behalten. Anschließend wird Sauerkraut mit kochendem Wasser übergossen und köcheln gelassen. Das Fleisch, das zunächst zurechtgeschnitten, angebraten und mit Gewürzen angeröstet wird, kommt schließlich mit den Pilzen und dem Pilzsud zum Sauerkraut hinzu. Das Ganze wird dann knapp zwei Stunden gedünstet. Anschließend werden noch Wurst, Schinken, in Speck angebratene Zwiebeln und Tomatenmark zum Bigos hinzugegeben. Das Gericht wird dann letztendlich noch mit Salz, Pfeffer und Zucker sowie etwas Rotwein verfeinert, eine weitere Stunde gedünstet und fertig ist das leckere Bigos!
Bigos ist sättigend und wärmend und wird daher von den Polen gerne während der kalten Jahreszeit gereicht.

Immer variabel: Piroggen

Wer es etwas weniger deftig möchte, kann in Polen wahlweise auch zu den "Pierogi", oder, wie sie hierzulande eher genannt werden: "Piroggen" greifen. Piroggen sind halbkreisförmige Teigtaschen, die nach Lust und Laune gefüllt werden können. Die beliebtesten Füllungen sind hierbei Kraut, Zwiebeln und Pilze, Kartoffeln, Zwiebeln und Weißkäse oder Buchweizen, Speck und Weichkäse. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Tatsächlich gibt es in Krakau mittlerweile sogar jährlich ein Festival, bei dem die leckersten und kreativsten Piroggenfüllungen gekürt werden. Auch bei der Zubereitung der Teigtaschen kommt es ganz auf den Geschmack an.  Diese werden nämlich wahlweise gekocht oder angebraten. Übrigens können Piroggen auch als Nachtisch gereicht werden. Einfach mit Heidelbeeren füllen und fertig ist die süße Leckerei.

 

Ukrainische Küche

Die Ukrainische Küche ist durch die vielen Auswanderer und ihres guten Geschmacks mittlerweile in der ganzen Welt anzutreffen. Dementsprechend hatte sie auch auf ihre Nachbarländer großen Einfluss. Viele Gerichte sind in geringen Abwandlungen ebenso in Polen oder Russland sehr beliebt.

Eine Besonderheit ist die Vielfalt der benutzten und überwiegend einheimischen Lebensmittel, wie Kartoffeln, Fleisch, Kohl, Früchte, Pilze, und Kräuter. Meist wird das Essen in großen Mengen gereicht. Die Mahlzeiten sind durch ausgelassenen Speck und Schmand mit 40% Fettanteil eher deftig als leicht. Das lässt vermuten, dass Begriffe wie Cholesterinspiegel oder Diät dort eher ein Schattendasein fristen. Dafür macht die Küche auf jeden Fall satt und man weiß, warum Vitali Klitschko so groß und stark geworden ist...

Suppen & Eintöpfe

Ein Suppenkasper hat in der Ukraine definitiv verloren, denn Suppen und Eintöpfe sind dort äußerst beliebt. Neben der ukrainischen Variante von Borschtsch ist die "Ucha" wohl einer der beliebtesten dieser Eintöpfe. Die Fisch-Suppe besteht aus verschiedensten Sorten Flussfisch wie z.B. Barsch, Rotaugen oder Zander, sowie Kartoffeln, Lauch, Petersilienwurzeln mit Grün, und Lorbeerblättern. Durch zerdrückte Pfefferkörner erhält sie eine leichte Schärfe.
 
Der Abend in der Datsche

Generell ist die ukrainische Küche eher nichts für Vegetarier. Ein Abend im Grünen ohne scharfe "Schaschlikspieße" ist fast genauso wenig denkbar wie ein Abend ohne Wodka oder Knoblauch. Dazu gibt's Gemüse, wie Paprika, Auberginen, Kartoffeln oder Tomaten am liebsten aus dem eigenen Garten und selbstverständlich Brot in allen Variationen.

Mehlspeisen

Daneben gibt es auch in der Ukraine zahlreiche Mehlspeisen  wie die gekochten Teigtaschen "Warenikis", die sowohl deftig mit Sauerkraut oder Fleisch als auch süß befüllt werden können. Dazu dient häufig Obst der Saison, wie zum Beispiel Kirschen oder Waldbeeren. Und auch hier gilt: wenn süß, dann aber richtig! Klebrige Finger und Kalorienpölsterchen sind beim Naschen garantiert.
In der Weihnachtszeit wird neben diesen Teigtaschen oder süßen Pfannkuchen auch gerne ein Brei ("Kutja") aus gekochten Graupen mit Mohn, Honig, Sultaninen oder Nüssen vermengt und als Vorspeise(!) des traditionellen orthodoxen Weihnachtsessens gegessen. Danach folgen 13 weitere Gänge bestehend aus Suppen und Fleisch.  Aber bis Weihnachten dauert es ja noch ein bisschen...

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