Berlin/Moskau/München (dpa) - Sonne im Süden, Stürme im Osten: Während in München das Oktoberfest bei Kaiserwetter ausklingt, hat in Berlin am Samstagnachmittag ein Sturm Teile des Bahnverkehrs zeitweise lahmgelegt.
Nach Angaben eines Konzernsprechers waren sowohl der Fernverkehr als auch die S-Bahn-Linien S5, S7 und S75 betroffen. Am frühen Abend rollten die Bahnen dann aber wieder. In der Nacht zum Samstag beschäftigte ein erster schwerer Herbststurm mit bis zu neun Windstärken die Feuerwehren auch im Norden. Rund um Hamburg kämpfte die Bahn mit Behinderungen wegen umgestürzter Bäume auf den Gleisen.
In der russischen Ostsee-Stadt Kaliningrad stürzte ein vom Wind entwurzelter Baum auf ein Auto und tötete einen 44-jährigen Mann. In der Region waren nach einem Herbststurm rund 40 000 Menschen ohne Strom, berichteten die Behörden am Samstag.
Im Baltikum schnitten schwere Herbststürme zehntausende Haushalte von der Stromversorgung ab. Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 Metern pro Sekunde beschädigten Hochspannungsleitungen, entwurzelten Bäume und deckten Dächer ab. In Litauen waren nach dem Unwetter etwa 140 000 Haushalte ohne Strom, der Versorger rief den Notstand aus. Auch in Lettland mussten zehntausende Haushalte ohne Elektrizität auskommen, wie lokale Medien am Samstag berichteten.
Ganz anders zeigte sich das Wetter in München zum Endspurt auf dem Oktoberfest. Bei sommerlichen Temperaturen kamen am Samstag nochmals Zehntausende auf die Wiesn. Bis zum Ende der Sause am Sonntagabend rechneten die Veranstalter mit mehr als sechs Millionen Gästen beim größten Volksfest der Welt.
Im nordrhein-westfälischen Marl hingegen zerlegte eine heftige Windbö am Samstag ein großes Festzelt, in dem am Abend 1700 Gäste ein eigenes Oktoberfest feiern wollten. Nach Polizeiangaben wurde niemand verletzt. Helfer waren gerade dabei, Tische und Bänke aufzustellen, als nach Angaben eines Augenzeugen eine starke Sturmbö die Zeltstangen knickte, die Plane zerriss und Inventar und Bierkrüge durch die Luft wirbelte.
Auf dem Essener Baldeneysee gerieten fast gleichzeitig fünf Segelboote mit insgesamt 15 Menschen an Bord in Seenot. Sie kenterten. Helfer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) fischten die Besatzungen aus dem Wasser. Die Segler überstanden den Zwischenfall unverletzt. Nach Polizeiangaben gab es plötzlich hohe Wellen.
Auf dem Brocken, dem höchsten Berg im Harz, erreichte der Wind derweil Geschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern in der Stunde. Spaziergänger mussten sich aneinander festhalten, um nicht umgeworfen zu werden.
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