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Mit Volldampf zurück in alte Zeiten - Radio 7

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Radio 7 mit Elke Ruthenkolk

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  • Broken Wings - Mr. Mister


Mit Volldampf zurück in alte Zeiten

Bild: © Gabriel 77 / sxc.hu

 

Volle Fahrt voraus

Mit Oldtimern alte Schienenstrecken neu entdecken


Wenn heutzutage eine Lok durch die Landschaft dampft wirkt es ein bisschen so, als würden nicht nur die Passagiere die Route so richtig genießen, sondern auch die Eisenbahn. Ihr  fröhliches Hupen und Schnaufen lässt Erinnerungen an längst vergangene Tage genauso wieder aufleben, wie die zugegebener Weise nicht gerade bequemen hölzernen Sitze mit Hutablage und den original historisch eingekleideten Schaffnern mit ihren Lochmaschinen.


Entschleunigung per Dampf-Express


Bild: © theswedish / sxc.huEigentlich verbindet man mit dem Zug fahren in der Regel eher weniger gutes. Verspätungen, teure Fahrkarten, volle Abteile und grundsätzlich immer das Verpassen des Anschlusszuges – egal ob auf dem täglichen Weg zur Arbeit oder auf einem Wochenendausflug, jeder hat so seine eigenen Erfahrungen mit der Bahn.


Es geht aber auch anders, wie viele Eisenbahnfreunde wissen. Gerade im nahenden Herbst locken viele historische Eisenbahnen mit Rundfahrten auf längst stillgelegten Bahnstrecken – und damit durch eine wunderschöne Landschaft. Dass nicht nur Technikfreaks und Modellbahnbauer Gefallen an einer historischen Eisenbahnfahrt haben, beweisen die stetig steigenden Besucherzahlen.


Ehrenamtlich getragen, schwer beliebt


Dass Deutschlandweit über 300 nostalgische Lokomotiven nach ihrer Stilllegung wiederbelebt wurden, ist größtenteils dem intensiven Engagement verschiedener Vereine zu verdanken. Dank ihnen geht es wortwörtlich mit Volldampf zurück in alte Zeiten. Die Hobby-Eisenbahner wissen ganz genau, was sich Eisenbahnfans wünschen: Eine Museumsbahn muss dampfen, pfeifen, kleine Rußwölkchen in die Luft spucken sowie ruckeln und zuckeln – eben originalgetreu wie in alten Zeiten!


Große Auswahl in Süddeutschland


Bild: © D.Carlton / sxc.huIn Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg tuckern insgesamt über 30 Eisenbahnen durch die bezaubernde Landschaft. Eine Auswahl davon findet man zum Beispiel im Verzeichnis Deutscher Museumsbahnen unter eisenbahnnostalgie.de.Hier schon mal eine kleine Auswahl:


Wie wäre es mit einem Ausflug mit der neu sanierten Schwäbischen Waldbahn? Ungefähr 23 Kilometer lang führt die teilweise sehr steile Strecke wahlweise mit Dampf- oder Diesellok zwischen Schorndorf über Rudersberg nach Welzheim.


Auch die Ulmer Eisenbahnfreunde haben ihre 91-jährige Lokalbahn Amstetten wiederbelebt. Allerdings schunkelt hier hauptsächlich der Museumstriebwagen aus dem Jahr 1956 seine Besucher zwischen Amstetten und Gerstetten hin und her.


Bild: © Merzbach / vulkanexpress.deRichtig alt wird es ebenfalls bei der historischen Feldbahnanlage Serrig. Die Weinbergsbahn wurde zwischen 1904 und 1906 gebaut, um die größten Weinanbaugebiete miteinander zu verbinden. Anders als bei den meisten historischen Bahnstrecken diente die serriger Feldbahnstrecke zum Transport von Dünger und sonstigem Weinbaumaterial und natürlich dem Einbringen der Ernte.


Um den köstlichen Tropfen geht es auch beim Kaiserstühler Rebenbummler. Die Nostalgiefahrt bringt die Passagiere an die schönsten Ecken der Weinregion an der Grenze Frankreichs. Je nach Gusteau bieten die Eisenbahnfreunde Breisgau e.V. zusätzliche Themenfahrten wie zum Beispiel rollende Weinproben, Trips ins Elsass oder Spargelfahrten an.


Liesele und Sauschwänzle


Bild: © DealerofsalvationAuch wenn die meisten Dampflokomotiven offiziell eher „38 336“ oder „99 17 15 4“ heißen, haben viele historischen Bähnle einen liebevollen Kosenamen verpasst bekommen. Die Sauschwänzlebahn zum Beispiel erhielt ihren Namen, da ihre Bahnstrecke mit ihren vielen Kurven doch sehr an das Ringelschwänzchen eines Schweins erinnerte.

 

Auch die als Öchsle bekannte Museumsschmalspurbahn bekam ihren Namen aus einfachem Grund: Ihr Heimatbahnhof ist Ochsenhausen im Kreis Biberach. Dass die Brohltalbahn wegen ihrer Route über die Vulkaneifel Vulkan-Express genannt wird, ist bestimmt nicht wörtlich gemeint: Mit ihren durchschnittlichen 20 Stundenkilometern ist „Express“  wahrlich etwas übertrieben. Während diese Spitznamen durchaus nachvollziehbar sind, gibt es aber auch Liebkosungen, deren Herkunft nicht eindeutig ist, wie zum Beispiel die Lokomotive Liesele der Härtsfeldmuseumsbahn in Neresheim.

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