Radio7

Aauuuh, das piekt! - Radio 7

Das Gute von gestern mit dem Besten von heute

Radio 7 mit Chrissie Weiss

mit Chrissie Weiss

  • Best Day Of My Life - American Authors


Aauuuh, das piekt!

Foto: fotolia.com

 

Piercings als absoluter Körperkult

Viel mehr als ein schmerzhafter Trend


Schon lange sind sie keine Erscheinung der Punk-Szene mehr. Der geschmückte Körper erhält immer mehr Ansehen in unserer Gesellschaft.

 

Sowohl Rechtsanwälte als auch junge Teenies lassen sich heutzutage den Körper piercen. Unser Körper bietet hierfür auch eine Vielzahl an Möglichkeiten, an welcher Stelle der Schmuck verzieren soll. Erst Ende der 60er Jahre entstand der Trend bei uns in Deutschland. Zu Beginn trugen Rocker und Punks den Schmuck in Form von Sicherheitsnadeln oder Stecknadeln in Ohren und Nase. Doch das war nicht immer so.

 

Foto: Tanja H./Stella L.Ursprung:


Der Name Piercing stammt von dem Wort „pierce“ ab und ist aus dem Englischen. Das bedeutet „durchstechen“ oder „durchbohren“. Doch der Ursprung dieser schmerzhaft klingenden Körperkunst liegt in vielen verschiedenen Kulturen. Bekannt sind die afrikanischen Urvölker, welche den Frauen runde Platten in die Unterlippe legen, oder sich durch Elfenbein Ohr- und Nasenschmuck basteln. Doch auch viele andere Völker verschiedener Epochen stachen sich, aus den unterschiedlichsten Gründen Löcher durch die Haut.

 

Die alten Inkas und Azteken trugen beispielsweise ganze Pflöcke in den Ohren. Die Ägypter zierten ihren Nabel mit Ringen und auch die römischen Centurios hatten ihre Brustwarzen mit Ringen versehen. Selbst die Inuit (Eskimos) hatten schon Piercings für sich entdeckt. Diese trugen nämlich Walfischknochen als Wangenschmuck.

 

All diese Piercings wurden ausschließlich aus religiösen Gründen getragen. Diese waren meist ein hoher Sozialstatus, als Zeichen von Adeligkeit oder als Ausdruck von Männlichkeit. Ein Piercing im Mundbereich hatte meist die Bedeutung von Mitspracherecht, und die Löcher durch die Ohren waren ein Zeichen für umfassende Information. Außerdem diente der Schmuck als eine Abwehr gegen das Eindringen böser Geister und ein Entrinnen der Seele und des Geistes.

 

Diesen Trend zum Durchstechen unserer Haut haben wir größtenteils von diesen Völkern abgeschaut.

 

Foto: Tanja H./ Stella L.

Doch schon lange gibt es nicht nur die ursprünglichen Piercings, die DURCH die Haut gestochen werden. Es gibt auch „Dermal Anchor“ und „Skin Diver“, die UNTER die Haut gesetzt werden und sich in der Haut verankern. Nur ein Stein ist bei diesem Verfahren sichtbar.

Doch es sind einige Dinge zu beachten, bevor man sich, für das erste Piercing diesem Trend hingibt.

 

Davor zu beachten:

Drei wichtige Punkte sind dringend zu beachten, bevor man sich eine Nadel durch die Haut jagen lässt!

 

1. Von wem lasse ich mich piercen?

Wichtig ist eine gute Vor-Recherche. Bei dieser sollte man sich einige Piercingshops im Internet und von Innen anschauen. Wie lange besteht das Studio schon? Wo hat der Piercer gelernt? Ist der Preis ok? Oder scheint der Preis zu günstig? Ist das Studio seriös? Gibt es irgendwelche Auszeichnungen oder Urkunden? Ein Piercer darf auf keinen Fall schmuddelig wirken. Wenn das der Fall ist, sollte lieber ein anderes Studio aufgesucht werden. Zu günstige Preise sind meist ein Zeichen für den zweiten Punkt.

 

2.  Die Hygiene

Die Hygiene ist für einen Piercingladen von allerhöchster Wichtigkeit. Es werden bei Piercingstudios regelmäßig Kontrollen durch das Gesundheitsamt durchgeführt. Doch gibt es Studios, die es mit der Hygiene nicht all zu ernst sehen. Diese bitte meiden! Denn die möglichen Gefahren, die durch eine verunreinigte Wunde oder durch einen falschen Stich entstehen, können schwerwiegend sein.

 

Foto: Tanja H./ Stella L.3. Die Stelle gut auswählen

Die Stelle, an der das Piercing seinen Platz finden soll muss gut überlegt sein. Es sollte keine Spontanentscheidung sein. Denn es bleibt bei jedem Piercing, wenn es entfernt wird, eine kleine Narbe zurück!! Ist es eine sichtbare Stelle, muss man sich vergewissern, dass man dieses Piercing wirklich haben will, und ob eine kleine Narbe, z.B. an der Augenbraue zu verkraften ist. Kann man es, wenn nötig, auf irgendeine Weise verstecken? Ist es ein nicht sichtbares Piercing auf den ersten Blick, liegt ein solches meist unter der Kleidung und führt zu Ausbeulungen der Klamotten oder es verhakt sich eventuell.

 

Wichtig ist auf jeden Fall, dass das Piercing herausnehmbar ist, da nicht bei jedem Chef der Trend des Körperkults auf Offenheit trifft. Grundsätzlich gilt: beim Vorstellungsgespräch oder dem ersten Arbeitstag den Schmuck raus und sachte anfragen, ob ein Piercing in Ordnung wäre. Hat man sich ausreichend informiert und sich für einen Piercer entschieden, darf gestochen werden! Doch die Vor-Information über mögliche Gefahren, darf der Piercer nicht vergessen!

 

Wichtig noch: keinen Alkohol trinken vor dem Piercen und Ausweis mitnehmen, denn die meisten Studios dürfen unter 16 Jahren nicht betreten werden.

 

Danach zu beachten:

 

Nachdem das Piercing erfolgreich gestochen wurde, geht es an die eigene Nachpflege zu Hause. Meist bekommt man einen Pflegehinweis von dem Studio mit, auf welchem steht, welche Pflegeprodukte  verwendet werden sollten. Verschiedene Cremés und Desinfektionssprays lassen jedes gestochene Loch in der Haut schnell heilen.

 

Nach dem ersten Schmerz des allerersten Piercings stellt sich schnell eine Suchtgefahr ein. Dieser sollte bei Möglichkeit widerstanden werden. Nicht direkt danach die nächste Stelle aussuchen, sondern wieder gut darüber nachdenken.

 

Foto: Tanja H./ Stella L.

Vom Piercer bekommt man sterilen und teuren Piercingschmuck. Diesen Standard sollte man unbedingt beibehalten. Billiger Piercingschmuck führt zu Entzündungen und Allergien. Man sollte möglichst keine gefärbten Stäbe oder Kugeln benutzen, da die Farbe abfällt und verschluckt werden kann.

 

Achtet man bei einem Piercing auf diese Hinweise bleibt nur eines noch zu sagen: Vorsicht beim An- und Ausziehen!!

Kommentare

fbloginbar
Radio 7 Webradio
Radio 7 Playlist
Mail ins Studio senden
Mediathek
Service
Facebook