
Das schwedische Mode-Unternehmen H&M kennt mittlerweile jeder auf der Welt und verbindet es mit trendiger und preisgünstiger Mode.
Vor allem hier in Deutschland boomt die Nachfrage nach günstigen Klamotten. Aber H&M kann auch anders. Seit einigen Jahren ist nämlich ein ganz besonderer Clou am Start:
Und zwar nicht irgendwelchen, sondern mit der Crème de la Crème der Haute-Couture. Von Marni über Versace bis hin zu Jimmy Choo drücken sich nach und nach die Schwergewichte des Modebusiness die schwedische Klinke in die Hand.
Oft lagern schon am Abend vor dem offiziellen Verkaufsstart die Fashion-Victims vor den Türen der Stores. Manche hartgesottenen Mode-Fans schlagen sogar ihr Zelt vor den Geschäften auf. Da wird von den sonst perfekt gestylten Damen so einiger Komfortverlust und abgebrochene Nagel in Kauf genommen. Denn die Kollektionen sind selbstverständlich hochexklusiv! Und noch besser: Man bekommt die Designer-Teile nirgendwo, nie wieder so billig.
Zuweilen mussten sich die Mitarbeiter sogar verbindliche Einkaufsregeln einfallen lassen, um den Verkauf gesittet über die Bühne zu bringen. Denn bei der Schlacht um das letzte Teil wurden am Wühltisch durchaus die lackierten, aber gefährlichen Krallen ausgefahren. Hauptsache der Jimmy Choo steckte am eigenen Fuß, statt an einem anderen. 
Diesmal steht nicht der Name eines Star-Designers auf den Werbeplakaten der Mode-Kette. Zum ersten Mal darf eine Mode-Redakteurin und bekennenden Fashionista die exklusiven Teile für das schwedische Unternehmen entwerfen:
Der Normalverbraucher wird an dieser Stelle unwissend mit den Schultern zucken – das Modeopfer kreischend in Ohnmacht fallen. Die 50-Jährige spielt seit Jahrzehnten bei den ganz Großen der Modebranche mit: 18 Jahre bei der Vogue Italia und ihre momentane Arbeit als Fashion Director der Vogue Japan, qualifizieren die Exzentrikerin für den Job als neuer Partner für die H&M-Kollabo.
Aber selbst ohne diesen beneidenswerten Lebenslauf wäre da immer noch ihr überzeugend überfüllter Kleiderschrank. Denn die Lady Gaga der Modeszene, wie sie mittlerweile genannt wird, hat über 4 000 Paar Schuhe. Und verschickt ihr Reisegepäck per Hermes. Zu viel zum Transportieren. Sie mag es eben massig. Und groß. „Minimalistisch“ ist ein Fremdwort für ADR, wie sie sich selbst gerne abkürzt. Genauso wie ihre Accessoires-Collection!

Die Farben sind vorwiegend orange, türkis und tannengrün – in Kombination mit viel, viel Gold. Für jeden ist etwas dabei: Sonnenbrillen, Clutches, Schmuck und sogar ein Trolly, mit dem man die Beute des Shopping-Exzesses nach Hause transportieren kann. Das alles in einem barocken und orientalischen Stil. Denn den Maxi-Size-Accessoires fehlt es trotz enormer Größe nicht an dezenten Details. Es gibt verschnörkelte romantische Formen mit eingelassenen Steinchen in Kombi mit tierischen Motiven.
Vorwiegend Echsen und Schlangen haben es der Fashion-Queen angetan, aber auch Animal-Prints und klassische Kolliers. Jeder Typ wird bei den abwechslungsreichen Entwürfen fündig – nur zurückhaltend darf’s nicht sein. Neben ihrer funkelnden Eigenschaft haben die Teile auch eine akustische: Sie klimpern. Wie echte Gold-Dukaten eben.
Und Anna dello Russo wäre nicht die Modepäpstin, wenn sie passend zur H&M-Kampagne ihren Fans da draußen nicht noch 10 Gebote der Mode predigen würde – natürlich in einem exzentrischen Musik-Video zu ihrem Song „Fashion Shower“. Auf einer goldenen Riesenstiefellette aus ihrer „over-the-top accessories collection“ tanzend, reich behängt mit dem selbstdesignten Blingbling, gibt sie die Top 10 of Fashion durch:
1. Fashion ist Ausdruck deiner Freiheit.
2. Stil oder Fashion? Auf jeden Fall Fashion.
3. Fashion ist immer ungemütlich – wenn es sich bequem anfühlt, wirst du nie DEN Look kriegen.
4. Du kannst in jedem Alter fantastisch sein.
5. Tagsüber Nachtwäsche zu tragen kommt unerwartet…
6. Jemand trägt das selbe Outfit? Wunderbar – du hast die richtige Wahl getroffen!
7. Du darfst Outfits nur einmal anziehen.
8. Trage deine Mäntel wie Kleider.
9. Es ist egal welche Kleidergröße du hast – Fashion lässt jeden gut aussehen.
10. Fashion-Schmuck personalisiert deinen Style.
Aber keine Angst – der Song ist kein ernsthafter Versuch die Charts zu stürmen. Er ist nicht käuflich zu erwerben, man kann ihn sich nur online ansehen. Die Tipps dagegen kann man sich zu Herzen nehmen – den einen mehr, den anderen weniger. Zu guter Letzt kommt aber die eigentliche Erkenntnis der Fashion-Ikone:
Das merkt man auch bei den Entwürfen Anna dello Russos und ihrem gesamten Erscheinungsbild. "Zu viel" existiert nicht in ihrem Wortschatz. Und bisher lag sie damit ganz gut.
Ab 4. Oktober kann man sich die heißen Teile in den H&M-Shops besorgen - aber nicht zu lang warten, sonst ist ein anderes Fashion-Victim schneller!
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