Vorsicht: Kostenpflichtiges Giro-Konto
Einige Banken drehen im Moment an der Preisschraube Ihres Giro-Kontos. Das ist jetzt in den meisten Fällen noch kostenlos, aber immer mehr Banken verlangen wieder Gebühren dafür. Die Umstellung passiert allerdings klammheimlich.

Die Verbraucherzentrale von NRW berichtet von einigen kleineren Sparkassen, der Hypo-Vereinsbank und der Santander Bank, die wieder auf gebührenpflichtige Konten umstellen. Die Santander versendet zurzeit ihren "Giro4free"-Kunden Briefe in denen steht: "Herzlichen Glückwunsch! Ab sofort nutzen Sie das neue Giro-Star Konto für ein Jahr kostenfrei." Dann kostet es knapp 6 Euro im Monat. Immer mehr Banken ziehen nach und jubeln Kunden, die davon ausgehen, ein kostenloses Giro-Konto zu besitzen, Gebühren unter.
Manchmal werden auch klammheimlich Mindesteingänge oder Mindestumsätze eingeführt oder es wird festgelegt, dass ein bestimmtes Guthaben auf dem Konto bleiben muss, damit Sie dieses weiterhin kostenfrei nutzen können.
Für Kunden, die gut verdienen, machen 5 Euro den Braten nicht fett. Allerdings läppern sich diese Kleinbeträge durchaus. Für Geringverdiener, die evtl. auch nicht über einen geforderten Mindestumsatz kommen, ist das doppelt ärgerlich. Für diese Kunden können 5 Euro und mehr eine Menge Geld sein. Verbraucher, die seit Jahren ein kostenloses Girokonto haben und jetzt klammheimlich zur Kasse gebeten werden, machen ihrem Ärger bei den Verbraucherzentralen derzeit Luft. Die Sensibilität für Bankgebühren nimmt bei den Kunden demnach zu.
Ärgert man sich wirklich schwarz, sollte man die Bank wechseln. Einige Online-Banken bieten neuen Kunden im Moment richtig hohen Prämien an. Da bekommen diese für ihren Wechsel zu einem kostenlosen Girokonto 50 bis 100 Euro gutgeschrieben.
Für die Banken sind Neukunden ein lohnendes Geschäft. Wenn ein Institut 500.000 Girokunden vergeben hat und jeder Kunde 1000 Euro auf dem nicht verzinsten Konto liegen hat, macht die Bank bei 0,75 Prozent Verzinsung einen Gewinn von 100.000 Euro in zehn Tagen. Eine weitere Einnahmequelle für Online-Banken sind zudem die happigen Dispo-Zinsen und Provisionen.
Man sollte genau auf Informationen achten, die auf den Kontoauszügen stehen. Manchmal sind dort auch einige wichtige Informationen versteckt. Bekommt man Post von der Bank, sollte diese nicht als Werbung abgetan, sondern durchgelesen werden. Änderungen dürfen nach der Ankündigung erst nach einer Frist von zwei Monaten in Kraft treten.
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