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Functional- und Brainfood

Bild: CCO/Pixabay

Functional- und Brainfood:

Nahrung für Körper und Geist ?!

Nahrungsmittel sollen seit neuestem nicht nur sättigen und schmecken, sondern den Konsumenten auch gesund, fit und jung halten. Mit Hilfe von (oft chemischen) Zusätzen soll dieses Versprechen gehalten werden. Ob das so einfach gelingt? 

 

Funktionales Essen ?!

Functional Food, also Nahrungsmittel, die einen für die Gesundheit positiven Mehrwert besitzen sollen, lassen die Kassen der Lebensmittelindustrie kräftig klingeln. Statt schmackhaften Sattmachern wandern immer mehr "funktionelle" Lebensmittel, zum Beispiel cholesterinsenkende Margarine oder mit Omega-3-Fettsäuren angereichertes Brot, in die Einkaufswägen der Verbraucher. Allein für Produkte die den Cholesterinspiegel senken sollen ,geben Kunden im Schnitt 60 Millionen Euro im Jahr aus. Getoppt wird das noch von Probiotischen Joghurts; diese sorgen nicht nur für die ultimativ- ausgeglichene Darmflora, sondern auch für rund 550 Millionen mehr in der Kasse.

Oftmals haben die Käufer  noch nicht einmal einen realen Bedarf an diesen Lebensmitteln. Wie verschiedene Studien belegen, hat jeder zweite Deutsche, der cholesterinsenkende Margarine isst, keinerlei Probleme mit dem Fettstoffwechsel. Functional Food suggeriert dem Verbaucher also einen Trend, an dem teilnimmt, wer sich jung, fit und agil fühlen möchte. Und, wer will das nicht? Auch ältere Menschen lassen sich oft von den Strategien der Lebensmittel- und Werbekonzerne beeindrucken und zählen somit zur Zielgruppe für Functional Food. Vielleicht könnte der Molkedrink ja doch das ein oder andere Wehwehchen lindern...

Dass es Functional Food auch in natürlich und un- angereichert gibt, beweisen uns Nahrungsmittel aus dem Obst- und Gemüsesegment. Blaubeeren zum Beispiel enthalten verhältnismäßig große Mengen an Anthocyanen. Das ist ein Pflanzenfarbstoff, der dem Körper hilft freie Radikale zu binden und so unter anderem das Krebsrisiko senkt. Ähnlich verhält es sich auch mit Brombeeren, die den gleichen Stoff besitzen. Des Weiteren unterstützen Cranberries nachweisbar die Nierenfunktion und schützen vor Blasenentzündungen.  Die kleinen, roten Beeren, die oft in flüssiger Form als Saft angeboten werden, sind zwar besonders bei Frauen beliebt, helfen aber auch die Prostata vor Infektionen zu schützen.

Generell ist es sinnvoller einfach zu frischen Lebensmitteln zu greifen, als aufbereitete Fertigprodukte zu kaufen. Wer sich öfter mal eine Orange auspresst oder an Gemüsesticks knabbert, hat mehr davon als sich das dritte Glas ACE-Saft einzugießen. Der liefert eine Extraportion Zucker nämlich gleich gratis mit dazu!

 

Nahrung für's Gehirn

Hinter dem sogenannten Brainfood steckt ein ähnliches Phänomen. Brainfood, also Essen für's Hirn, soll unsere Leistungsfähigkeit fördern, unser Gehirn zu neuen Höhenflügen anregen und Konzentrationsprobleme vertreiben. Der Name "Studentenfutter" kommt dabei nicht von ungefähr.

Nicht erst seit der Einführung des englischen Modebegriffs, weiß man, dass es natürlich bestimmte Lebensmittel gibt, die Leistung und Konzentration steigern können. Sicherlich werden wir durch den Genuss von bestimmten Produkten nicht langfristig klüger, aber bestimmte Vitamine und Mineralstoffe können Leistungstiefs, Gereiztheit und Müdigkeit vorbeugen. Damit gemeint sind aber weder Enegrydrinks und Powerriegel, noch Energie-Bonbons.

Die Zucker- und Koffeinbomben bescheren dem Körper zwar ein kurzes Leistungshoch, indem sie den Blutzuckerspiegel rasant anheben, aber dieser sinkt mindestens ebenso schnell wieder ab und man fällt ins nächste Tief. Längerfristige Wirkungen erzielen da eher der Konsum von Nüssen oder Obst- das klassische Studentenfutter also. Auch Hülsenfrüchte und bestimmte Gemüsesorten, wie zum Beispiel Brokkoli, gelten als Freie Radikalfänger, die das Gehirn schützen und stimulieren. Brainfood at ist best, um in der Sprache der Werbeindustrie zu bleiben.

Wir stellen also fest: Functional- und Brainfood sind Trends, die einen bestimmten Lifestyle in den Mittelpunkt der Nahrungsaufnahme rücken wollen. Da der Mensch nunmal leicht durch Werbung beeinflussbar zu sein scheint, springt jeder gerne auf den "Food-Train" auf und bleibt so in der Annahme, er ernähre sich gesund und läge damit praktischerweise auch noch voll im Trend.
Das Menschen sich auch schon vor dem Zeitalter der Probiotik und Energydrinks gesund ernährt haben- der eine mehr, der andere weniger- rückt dabei in den Hintergrund.

Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernährt, leistet  den funktionalsten Beitrag für den Körper. Das merkt dann sogar das Gehirn, ohne dass es extra mit Brainfood gefüttert wird.

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