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Weihnachtsbräuche

Bild: © mattnolt / sxc.hu

Kein Fest ohne Baum!

Weihnachtliche Traditionen im Überblick

 

Genauso wie Plätzchen, Glühwein und Weihnachtsmärkte gehören Weihnachtsbaum, Adventskranz und Co. traditionell zum Fest der Liebe. Doch woher kommen diese Weihnachtstraditionen überhaupt, warum bringt bei den einen der Weihnachtsmann und bei den anderen das Christkind die Geschenke und mit welchen Bräuchen begehen unsere europäischen Nachbarn das Weihnachtsfest?

 


Bild: © Andreas Hermsdorf / pixelio.deVier Sonntage bis zum Fest

Schokoladenweihnachtsmänner im Oktober sind die ersten Vorboten der Weihnachtszeit. Doch so richtig in Weihnachtsstimmung kommen die meisten erst etwa vier Wochen vor dem eigentlichen Fest mit dem Beginn der Adventszeit. Advent – das kommt vom lateinischen Wort „adventus“ und bedeutet Ankunft. In der christlichen Tradition ist die Adventszeit also eine Zeit des Wartens auf die Feier zur Geburt Jesu Christi. Die vierwöchige Adventszeit führte Papst Gregor der Große allerdings erst im sechsten Jahrhundert ein. Besonders kurios: Auch, wenn wir uns heute zur Adventszeit die Bäuche mit weihnachtlichen Leckereien vollschlagen, war die Zeit vor Weihnachten früher der Buße und dem Fasten gewidmet. Deshalb tragen Geistliche in der Adventszeit übrigens auch genau wie an Ostern violett.  

 

Bild: © angieconscious / pixelio.deAdvent, Advent ein Lichtlein brennt

Ein bisschen Tannengrün, vier große Kerzen – so sieht er aus der klassische Adventskranz. Auch, wenn er heute nicht mehr aus der Vorweihnachtszeit wegzudenken ist  - der grüne Lichterkranz ist ein relativ junger Weihnachtsbrauch. Seine Geburtsstunde wird auf 1839 datiert. Damals wollte der Hamburger Theologe Johann Hinrich Wichern den Kindern in seiner sozialen Einrichtung die Zeit des Wartens auf Heiligabend verkürzen. Deshalb baute der Erzieher aus einem alten Wagenrad einen Kranz und befestigte daran 20 kleine rote und vier große weiße Kerzen. Jeden Tag im Advent zündete er eine der Kerzen an. So konnten die Kinder anhand der Kerzen abzählen, wie lange sie noch bis Weihnachten warten mussten. Heute hat der Adventskranz zwar nur noch vier Kerzen, an der Funktion hat sich jedoch nicht viel geändert.

 

Bild: © Martin Schemm / pixelio.deJeden Tag ein Türchen

Erst knapp 70 Jahre später entstand ein weiterer Weihnachts-Brauch, über den sich besonders die ganz Kleinen freuen: der Adventskalender. Jeden Tag ein Türchen – das steigert die Vorfreude auf das große Fest natürlich enorm. Der erste Adventskalender hatte allerdings noch relativ wenig mit denen gemein, die es heute zu kaufen gibt. 1903 entwickelte der Münchner Verleger Gerhard Lang einen der ersten gedruckten Adventskalender. Er bestand aus einem Papierbogen, auf dem 24 Bilder zum Ausschneiden aufgedruckt waren. Die Kinder durften in der Adventszeit dann jeden Tag ein Bild ausschneiden und aufkleben. Die heute üblichen Adventskalender mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken setzte sich erst in den 1950er Jahren durch.

 

Bild: © Renate KallochO Tannenbaum

Weihnachten ohne Weihnachtsbaum? Für die meisten schlicht undenkbar. Dabei ist die Herkunft dieser weihnachtlichen Tradition nicht eindeutig zu bestimmen. In vielen alten Kulturen war es üblich, die Häuser mit immergrünen Gewächsen zu schmücken, um die Bewohner vor bösen Geistern zu schützen. Der erste Christbaum im heutigen Sinne soll 1419 in Freiburg gestanden haben. Ein lokaler Bäcker hatte die Idee, einen Baum mit Nüssen, Früchten und Süßigkeiten zu behängen. Im 18. Jahrhundert setzte sich der Weihnachtsbaum dann in ganz Deutschland durch und eroberte in der Folgezeit die ganze Welt. Inzwischen ist der Baum - ob klassisch mit roten Kugeln und Strohsternen oder mit Lametta und blinkenden Lichterketten geschmückt – zur Weihnachtszeit wohl aus keinem Wohnzimmer mehr wegzudenken.

 

Bild: © surely / sxc.huWer bringt die Geschenke?

An Weihnachten ist es üblich, sich gegenseitig zu beschenken. Aber wer bringt denn nun eigentlich die Geschenke? Weihnachtsmann oder Christkind? Diese Frage lässt sich mit einem Blick auf die Deutschlandkarte beantworten. Im katholisch geprägten Süden und Westen ist das Christkind der Überbringer, während im traditionell evangelischen Osten und Norden der Weihnachtsmann für die Bescherung zuständig ist. Doch die Verteilung Christkind – katholisch, Weihnachtsmann evangelisch gibt es erst seit dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich brachte das blondgelockte Christkind den evangelischen Kindern ihre Weihnachtsgaben, während bei den katholischen Kindern Sankt Nikolaus, der sich später zum Weihnachtsmann entwickelte, dafür zuständig war.

 

 

Doch wie wird Weihnachten eigentlich bei unseren europäischen Nachbarn gefeiert? Wir haben uns die schönsten Traditionen einmal näher angeschaut.

 


Bild: © Claudia GründerLichterfest in Skandinavien

In Schweden und anderen nordischen Ländern ist der 13. Dezember fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums: In weiße Gewänder gehüllt und mit Lichterkränzen auf dem Kopf ziehen die Mädchen singend durch die Straßen in Skandinavien und verteilen Safranbrot. Die sogenannten Santa-Lucia-Umzüge entstanden im 19. Jahrhundert und gehen auf die heilige Lucia zurück, die als Märtyrerin verehrt wird. Das Licht der Lichterkönigin soll bei den vorweihnachtlichen Prozessionen böse Geister und Hexen vertreiben.

 

Bild: © tata / sxc.huZweite Bescherung in Italien

Kinder in Italien haben es zur Weihnachtszeit besonders gut: Sie dürfen sich gleich zweimal über Geschenke freuen: am 25. Dezember und am 6. Januar. Für den erneuten Geschenkesegen im Januar ist die zwar wenig attraktive, dafür aber umso großzügigere Hexe Befana verantwortlich. Der Legende nach war diese zu spät dran, um die Bescherung des Christkindes durch die Heiligen Drei Könige mitzuerleben. Seitdem sucht sie jedes Jahr erneut nach dem Christkind und bringt – bis sie es endlich gefunden hat – allen Kindern Geschenke – allen die brav waren zumindest. Für die Unartigen hat die Hexe nämlich nur Kohlestücke im Gepäck.

 

Bild: © Muu-karhuSchlemmen in Frankreich

In Frankreich spielt vor allem das Essen an Weihnachten eine große und traditionsreiche Rolle. Am 25. Dezembers gibt es nicht nur Geschenke sondern auch ein ausgiebiges Weihnachtsmenü – „La Reveillon“ genannt. Besonderen Wert legen die Franzosen dabei auf einen traditionellen Nachtisch, den „Bûche de Noël“. Der mit Buttercreme gefüllte Baumkuchen erinnert an einen alten Brauch: Früher verbrannte man in den ländlichen Gebieten um die Weihnachtszeit einen großen Holzklotz. Die Asche wurde in der Hoffnung auf eine gute Ernte im Folgejahr auf den Feldern verstreut. In Erinnerung an diesen Brauch gibt es in Frankreich zu Weihnachten eben jenen „Bûche de Noël“, dessen Form an einen solchen Holzklotz erinnert.

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