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Abmahnfall: Eltern müssen informieren

Bild: erysipel /pixelio.de

VORSICHT: ABMAHNFALLE

ELTERN MÜSSEN IHRE KIDS AUFKLÄREN

 

Kinder laden häufig Musik und Filme aus dem Internet und machen sich, meist unbewusst, strafbar. Spätestens, wenn Eltern Post vom Abmahn-Anwalt erhalten, sollten sie ihre Rechte kennen. Eltern müssen ihre Kinder im Bezug auf Internetnutzung ausreichend informieren.


Massengeschäft der Abmahnanwälte

Bild: Gerd Altmann /pixelio.deAbmahnungen wegen Urheber- rechtsverletzungen über das Internet sind längst ein Massengeschäft, das Anwaltskanzleien im Auftrag der Musik- und Filmindustrie betreiben. Zusätzlich sind Firmen darauf spezialisiert, einschlägig bekannte Online-Tauschbörsen systematisch zu überwachen.

 

Aber es gibt auch viele Betrüger, die mit Abmahnungen versuchen, leichtes Geld zu verdienen. Die Rechtsanwälte, die seriös sind und sich auf Abmahnungen spezialisiert haben, erkennt man daran, dass sie eine Pauschalvereinbahrung anbieten. Im Schreiben wird dann beispielsweise angeboten für 250 Euro den ganzen Fall zu regulieren.

Was ist Filesharing?


Bild: SXC.hu/arinas74 Filesharing bezeichnet das direkte, dezentrale Verteilen von Dateien zwischen unterschiedlichen Nutzern. Oft werden beim Filesharing gleichzeitig Dateifragmente hoch- und heruntergeladen. Wer sich bei Filesharing-Systemen wie "Kazaa" anmeldet, um Dateien herunterzuladen, stellt anderen Nutzern automatisch eigene Dateien zur Verfügung.

 

Das Prinzip der Tauschbörsen, bei denen man Musik, Filme oder Computerspiele herunterladen kann, beruht auf Gegenseitigkeit. Daten werden dann in Form von Musiktracks oder Filmen illegal beschafft und genutzt und das kann auch in den meisten Fällen nachvollzogen werden. Beim Hoch- und Runterladen ist es möglich, die IP-Adresse jedes beteiligten Rechners zu ermitteln. Diese Adresse lässt sich über den Provider zurückverfolgen wie ein Autokennzeichen.

 

 

Streamingdienste sind save

 

Bild: SXC.hu/smarlesImmer mehr Menschen sparen sich den Weg in die Läden und streamen die Musik stattdessen von Online-Plattformen. Die Musik wird dabei nicht verkauft, sondern für etwa 10 Euro können die Kunden aus einem Repertoire von 20 Millionen Liedern einen Monat lang so viel hören wie sie wollen. „Nutzung statt Kauf“ lautet hier die Devise und das ist der gravierende rechtliche Unterschied zum Filesharing.


Streamingdienste sind rein rechtlich nämlich zulässig, erklärt Rechtsanwalt Hans Hanagarth: „Man speichert nichts auf der eigenen Festplatte, nur im Arbeitsspeicher, was rechtlich aber nicht als speichern gewertet wird und damit ist es kein Datendiebstahl.“ Kritisch wird es erst, wenn man Filme oder Musik downloadet, auf dem Computer abspeichert und anschließend abspielt. Damit begeht man einen Datendiebstahl und eine Urheberrechtverletzung.

 

 

Eltern haften nur begrenzt für ihre Kinder


Bild: Gerd Altmann /pixelio.deDer BGH klärte erstmals, wie es um die Aufsichtspflicht von Eltern bestellt ist, deren Kinder sich an der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke beteiligen. Geklagt hatten mehrere Musikkonzerne. Sie wollten eine Haftung der Eltern durchsetzen, um damit einen finanziellen Hebel gegen das weitverbreitete Filesharing ansetzen zu können.

 

Das Bundesverfassungsgericht entschied aber, dass Eltern nicht dafür haften müssen, wenn ihre Kinder im Netz illegal Musik tauschen. Allerdings müssen sie ihr Kind zuvor auch ausreichend über das Verbot einer Teilnahme an Internettauschbörsen belehrt haben. Wenn Eltern keinen konkreten Anlass zum Misstrauen gegenüber ihren Kinder haben, können sie für finanzielle Schäden auch nicht verantwortlich gemacht werden. Eine Überwachungspflicht besteht grundsätzlich nicht. Einem Heranwachsenden müsse auch nicht der Zugang zum Internet gesperrt werden. Zu solchen Maßnahmen sind Eltern laut BGH-Urteil erst verpflichtet, wenn sie konkrete Anhaltspunkte für illegale Aktivitäten ihres Kindes haben.

 

 

Klage an die Kinder

 

Durch das gerade gefällte BGH-Urteil sind Abmahnungen an die Eltern wesentlich komplizierter geworden, aber die Musikindustrie kann immer noch direkt gegen die Kinder vorgehen. Das ist auch bei Minderjährigen möglich, zumindest wenn sie schon genügend Einsicht besitzen und eventuell auch über Geld verfügen.

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