Wer schnell und ohne große Formalitäten Geld braucht, ist im Pfandleihhaus richtig. Doch Pfandleihe ist auch immer mit Kosten für den Kunden verbunden. Wann sich ein schneller Tausch von Pfand gegen Geld lohnt, sollte man gut prüfen!
Für Leihhausgänger ergeben sich die finanziellen Engpässe meist durch unerwartete Ausgaben, etwa für plötzlich anfallende Reparaturen am Auto, eine kaputte Waschmaschine oder eine defekte Gefriertruhe. In solchen Situationen ist ein Pfandkredit von Vorteil: Anders als bei einer Bank müssen Kunden nicht viel erklären oder lange warten. Doch das hat auch seinen Preis.
Pro Monat wird zum Beispiel bei Pfandkrediten von bis zu 300 Euro ein Prozent der geliehenen Summe fällig. Hinzu kommen Gebühren für Schätzung, sichere und fachgerechte Aufbewahrung und Versicherung. Diese sind abhängig vom jeweiligen Darlehensbetrag. Ab einer Darlehenshöhe von über 300 Euro sind die Gebühren frei verhandelbar, liegen aber meist zwischen 2 und 3 % der Darlehenssumme. Ein Pfandkredit von 300 Euro mit einer Laufzeit von einem Monat kostet 3 Euro Zinsen plus 6,50 Euro Gebühren, insgesamt also 9,50 Euro. Bei einer typischen Laufzeit von drei Monaten kostet der 300-Euro-Pfandkredit 3 Euro Zinsen pro Monat, also 9 Euro über drei Monate, plus 6,50 Euro Gebühren pro Monat, also 19,50 Euro über drei Monate.
Wer seine Wertgegenstände nicht zeitnah auslösen kann, muss mit schnell steigenden Kosten rechnen. Die Gesamtkosten über drei Monate betragen 28,50 Euro. Bei einer Laufzeit von sechs Monaten zahlt man für einen Pfandkredit von 300 Euro 18 Euro Zinsen plus 39 Euro Gebühren, also 57 Euro Gesamtkosten. Das entspricht einem Bankkredit mit einem Jahreszins von 38 %.
Bei noch kleineren Darlehenssummen schnellen die Jahreszinsen noch drastischer in die Höhe. Berechnet man ein Beispiel mit einem Pfandkredit von nur 15 Euro, so käme man mit allen anfallenden Kosten auf einen Jahreszins von 92 %!
Das ist viel Geld für die Überbrückung eines finanziellen Engpasses und es stellt sich die Frage, ob eine kurzzeitige Überziehung des Dispo-Kredites oder ein Kredit mit geringer Summe, beispielsweise ein Online-Kredit, nicht doch günstiger wären.
Überzieht man sein Konto kurzfristig um 300 Euro, fallen - bei einem mittleren Zinssatz von 16 % - 4 Euro (im Vergleich: 9,50 Euro beim Pfandkredit) bei einem Monat an, 12 Euro (28,50 Euro beim Pfandkredit) bei drei Monaten und 24 Euro (57 Euro beim Pfandkredit) bei sechs Monaten an.
Wer günstige Kredite sucht und kurzfristig eine Summe von ungefähr 1.500 Euro benötigt, sollte sich nach Online-Krediten umschauen. Diese werden im Internet zum Teil zu attraktiven Konditionen angeboten.
Für einen kurzen Zeitraum und bei niedrigen Kreditsummen von ungefähr 300 Euro kann der Gang zum Pfandleiher sogar günstiger als ein Ratenkredit sein. Für langfristige Kredite rechnet sich das Pfandleihhaus aber keinesfalls. Hier sollte man lieber nach einer Alternative suchen. Außerdem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Pfandkredit nur in Frage kommt, wenn man bereit ist, Wertgegenstände als Pfand zu hinterlegen und sie - im schlimmsten Fall - bei Nichteinlösung auch zu verlieren.
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