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Zu Gast bei den Nachbarn

Bild: CCO/Hans Braxmeier/Pixabay

Zu Gast bei den Nachbarn

Die Weihnachtstage rücken näher und damit auch die Frage, was kommt auf den Tisch. In Deutschland hat jede Familie ihre eigenen Wünsche und Vorstellungen, welches traditionelle Gericht am Heiligen Abend serviert werden soll: Kartoffelsalat mit Würstchen, Weihnachtsgans, Karpfen oder doch lieber Rehrücken? Aber auch anderswo ist das weihnachtliche Festmahl ein Höhepunkt des Heiligen Abends. Wenn Ihr Lust auf frischen Wind in der Küche habt, stellen wir Euch ein paar Alternativen aus den Nachbarländern vor.

 

Speisen wie Gott in Frankreich

Auch in Frankreich beginnen die Festlichkeiten in den Abendstunden des 24.  Dezembers. Feierlich eingeleitet wird der Heilige Abend mit dem Besuch der Weihnachtsmesse, bei der die ganze Familie zusammen zur Kirche geht. Anschließend findet das so genannte Réveillon, der Weihnachtsschmaus, statt.

Das Réveillon wird entweder zu Hause oder im Restaurant gefeiert. Mittelpunkt ist das Festmahl, wobei mit viel Fröhlichkeit und Frohsinn die Köstlichkeiten verspeist werden. Das typische Festessen ist für viele Franzosen der Truthahn mit Kastanien, französisch Dinde de Noël genannt, oder Kapaun mit Pflaumen. Als Nachtisch wird traditionell der Weihnachts-Baumkuchen, eine Biskuitrolle, oder ein Gugelhupf serviert.


Aufgepeppt wird das Essen mit Kleinigkeiten wie Trüffel oder Austern. Außerdem trinken sehr viele Champagner dazu. Natürlich gibt es, genauso wie in Deutschland, auch regionale Unterschiede. In der Provence zum Beispiel wird sehr viel Wert auf die christliche Tradition gelegt, so dass dort das Festessen an das letzte Abendmahl angelehnt wurde.

Es werden verschiedene Hauptmahlzeiten angeboten und 13 Desserts, die den Messias und die zwölf Apostel symbolisieren. Um ein paar zu nennen: Fougasse, weißer Haselnussnougat und Pistazien, Winterbirnen oder Kürbiskuchen.

 

„Appetit kommt beim Essen“ – so sagt man in Polen

Sobald die ersten Sterne am Himmel funkeln setzt sich die Familie zusammen und beginnt mit der Vorlesung der  Weihnachtsevangelien. Nach der traditionellen Teilung von geweihten Oblaten, die als ein Zeichen der Versöhnung, der Liebe und des Friedens verstanden werden, widmet sich die Familie dem Abendmahl.

Aufgrund christlicher Gegebenheiten wird in Polen den Tag über gefastet und auch auf Fleisch verzichtet. Daher sind die Weihnachtsspeisen fleischlos. Es werden vor allem Fischgerichte mit Karpfen oder Hering serviert. Aber auch Piroggen und Krautgerichte sind auf dem Tisch zu finden. Der Abend klingt oft mit Bescherung und gemeinsamen Weihnachtssingen aus.

 

Nationalgericht und Fisch - Tschechien

Das Essen am Heiligen Abend ist auch in Tschechien eine große Sache. Bereits Tage vorher werden die Vorbereitungen getroffen. Den 24. Dezember über wird nur wenig gegessen, wie zum Beispiel Linsengerichte oder Graupen mit Pilzen. Denn das eigentliche Essen findet am Abend statt.

Nach der Rückkehr aus der Kirche, um das ewige Licht für die Laternen im Haus zu holen, versammelt sich die ganze Familie am Tisch. Traditionell isst man gebackenen Karpfen mit Kartoffelsalat. In vielen Haushalten wird auch Fischsuppe als Vorspeise gekocht. Nach dem Karpfenessen werden die Geschenke vom Jesuskind überbracht.

 

Der Höhepunkt ist das Dessert - Dänemark

Das Weihnachtsessen kommt auch bei den Dänen traditionell am Heiligen Abend auf den Tisch und zwar nach der Rückkehr vom Gottesdienst. In Punkto Fleisch gibt es verschiedene Varianten: Gans, Truthahn,  Ente oder Schweinebraten. Allerdings gibt es dazu den typischen südjütländischen Weißkohl und weiße und kandierte Kartoffeln. Diese werden extra in einer Pfanne in Zucker angebraten.

Ein Leckerbissen, der auf keinen Fall fehlen darf, ist der berühmte Nachttisch Ris a l’amande. Was verbirgt sich dahinter? Es ist eine Milchreisspeise, die mit Sahne und Mandelstückchen verfeinert wird. Dazu wird eine warme Kirchsauce gereicht. Das Besondere an diesem Dessert ist, dass eine ganze Mandel versteckt wird. Und derjenige, der diese findet, bekommt eine Kleinigkeit geschenkt.

Nach dem Essen werden endlich die Kerzen am Baum angezündet und gemeinsam gesungen und getanzt. Nach der Bescherung sitzt die Familie bei Tee oder Kaffee und Konfekt noch zusammen.

 

Wie Ihr seht, ist nicht nur in Deutschland der Weihnachtsschmaus voller verführerischer Leckerbissen!

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