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Was hält sich wie lange? - Radio 7

Das Gute von gestern mit dem Besten von heute

Scheiter & Jack - Die Radio 7 Morningshow

mit Andi Scheiter und Claudia Axtner und Jack Krispin

  • Haus Am See - Peter Fox


Was hält sich wie lange?

Bild: CCO/Alexis/Pixabay

(Durch-)Haltevermögen

Meistens sind geschlossene Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindest-haltbarkeitsdatums noch genießbar. Aber was gilt, wenn sie geöffnet sind?

Gleich vorweg: Auf diese Frage gibt es keine generelle Antwort. Zwischen - und selbst innerhalb - Lebensmittelkategorien sind die Unterschiede groß; und eine allgemeingültige Lösung nicht benennbar. Ein paar Faustregeln für den Küchenalltag sowie wichtige Richtlinien für alle Lebensmittel lassen sich aber in jedem Fall aufstellen.

Einfach nur 'Wurscht'?

Bei Wurstaufschnitten oder Leberwurst sollte man eher schnell zulangen - solche Produkte werden nach ein paar Tagen schlecht. Geräucherte oder gepökelte Kollegen wie Schinken zum Beispiel halten sich hingegen knappe zwei Monate! Auch wenn angebrochene Wurst wie Bundlyoner sich am offenen Ende verfärbt, ist das kein Grund zur Sorge: An der Luft wird sie trocken und mit der Flüssigkeit wird die Farbe entzogen. Diesen verfärbten Teil kann man aber einfach abschneiden und den Rest gefahrlos essen.

Verwässerte Angelegenheit

Je flüssiger, desto schneller geht's beim Käse. Parmesan hält sich wochenlang, Frischkäse dagegen kaum länger als drei Tage nach Öffnung. Entscheidend  ist hier der Wassergehalt.


Gelb hält am längsten

Im Normalfall enthalten Ketchup, Mayonnaise, und vergleichbare Pasten Konservierungsstoffe - damit sind sie offen für mindestens drei Monate bestens gerüstet. Meerrettich oder Senf halten sogar auf ganz natürlich Basis bis zu einem halben Jahr durch - bakterienhemmende Bestandteile machen es den Keimen schwer. Natürlich gilt: Deckel fest verschließen, denn von außen kommen Keime!

Pesto Pronto?

Die Hersteller raten auf Pesto-Gläsern vorsichtig, die Paste, wenn angebrochen, innerhalb von drei oder vier Tagen zu verbrauchen. Tatsächlich halten sich Pestos mit reichlich Öl-Anteil aber im Normalfall wesentlich länger. Vorsicht aber, wenn Käse enthalten ist: Der verdirbt schneller.

Ans Eingemachte

Ob Marmelade, Gurken, oder Gelees - was eingelegt und eingemacht ist, hält sich angebrochen mehr als 8 Wochen. Schlecht macht man das maximal selbst: Zum Beispiel wenn man mit dem bereits benutzten Löffel noch einmal ins Glas langt. Das Besteck ist dann belegt mit Keimen, die die Haltbarkeit beeinflussen. Also lieber Extra-Löffel und -Gabeln benutzen! Wenn's im Gurkenglas blubbert, ist das übrigens nicht gut: Kleine Bläschen oder Schlieren weisen auf Verdorbenheit hin.

Saftig

Obwohl viel Trinken ja gut ist, muss man Säfte nicht aufdrehen und am selben Tag leer trinken - jedenfalls solange man nicht mit dem Mund dran war. Denn wie auch an Gabeln und Löffeln halten sich dort Bakterien auf, die dann beim Zudrehen mit in die Flasche eingeschlossen werden. Also lieber ins Glas schütten und die offene Flasche dann sorgenfrei ein bis zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren! Dosengetränke müssen natürlich schneller weg. Abgesehen davon, dass sie offen nicht lange haltbar sind, verlieren sie auch schnell den Kohlensäure-Gehalt.

Nicht so "H" wie oft gedacht

Aufpassen muss man dagegen bei H-Milch: Die ist dank der abgetöteten Milchsäurebakterien zwar länger haltbar, wenn sie geschlossen ist - doch ist sie erstmal offen, vermehren sich Keime da genauso schnell wie in frischer Milch. Fies: Weil sie keine Milchsäurebakterien mehr enthält, fängt sie nach vier, fünf Tagen nicht an zu klumpen und wird sauer wie verdorbene Frischmilch. Lediglich ein leicht bitterer Geschmack oder Flockenbildung im Kaffee weisen auf schlecht gewordene H-Milch hin.

Statt sauer lieber sauber

Das alles sind natürlich nur unverbindliche Orientierungshilfen. Für die genannten wie auch alle weiteren Lebensmitteln gilt ganz im Allgemeinen: Sollen sie nicht schnell verderben, müssen sie je nach Produkt und Herstellervorgabe entweder im Regal, Kühlschrank, Keller oder Tiefkühltruhe und - ganz generell - Hauptsache an regelmäßig gesäuberten Orten aufbewahrt werden. Nur bei einer hohen Hygiene können lange Lebenszeiten erwartet werden.

Augen und Nasen offen halten

Und das selbst das nicht immer hilft, muss einem trotzdem klar sein. Letztendlich gilt bei Zweifeln: Lieber nicht essen. Sind Nahrungsmittel offensichtlich verfärbt, riechen komisch, sind sie meistens nicht mehr gut. Allerdings sei auch gesagt, dass eine leicht andere Färbung oder ein bisschen Kondensbildung noch kein Grund zur Sorge sind. Wirklich immer auf Nummer sicher gehen sollten nur Schwangere oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.

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